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Ethereum (ETH) nimmt kurz vor einem wichtigen Test des kommenden Glamsterdam-Upgrades noch eine Softwareanpassung vor. Dadurch soll auf dem Testnetz Sepolia deutlich mehr Aktivität in einen einzelnen Block passen. Die Entwickler wollen untersuchen, wie viel zusätzliche Kapazität das Netzwerk bewältigen kann, ohne seine Stabilität zu gefährden.

Die Anpassung betrifft gezielt Validatoren, die Prysm nutzen, einen weitverbreiteten Softwareclient für Ethereum. Sie sollen sicherstellen, dass während des Tests keine Blöcke mehr mit dem bisherigen Limit vorgeschlagen werden.

Ethereum erhöht Gaslimit auf Sepolia deutlich

Die Entwickler veröffentlichten am Montag die Prysm-Version 7.2.1. Validatoren nutzen solche Software, um Transaktionen zu prüfen und zur Sicherheit und zum Betrieb von Ethereum beizutragen.

Die neue Version erhöht den maximal zulässigen Rechenaufwand pro Block automatisch, sobald Glamsterdam auf Sepolia aktiviert wird. Die Aktivierung ist für den 6. Oktober gegen 13.53 Uhr UTC vorgesehen.

Die Änderung ist erheblich: Das Gaslimit steigt von rund 60 Millionen auf 200 Millionen. Damit kann ein Block während des Tests mehr als dreimal so viel Rechenaufwand umfassen wie bisher.

Das Update ist notwendig, weil einige Validatoren sonst weiterhin Blöcke mit dem bisherigen Limit von 60 Millionen vorschlagen könnten. Das würde den Test beeinträchtigen. Die Entwickler wollen gezielt untersuchen, wie sich das Netzwerk bei der Verarbeitung deutlich größerer Blöcke verhält.

Mit einem Limit von 200 Millionen Gas können sie messen, wie die Infrastruktur reagiert, wenn erheblich mehr Transaktionen und andere Vorgänge gleichzeitig verarbeitet werden.

Was ein Gaslimit von 200 Millionen für Ethereum bedeutet

Gas misst bei Ethereum den Rechenaufwand, den eine Transaktion oder ein anderer Vorgang erfordert. Das Gaslimit legt fest, wie viel Rechenaufwand ein einzelner Block höchstens umfassen darf.

Mit einem höheren Limit lässt sich mehr Aktivität in einem Block bündeln. Das Netzwerk kann dadurch mehr Transaktionen, Stablecoin-Transfers und Vorgänge innerhalb von Anwendungen gleichzeitig verarbeiten.

Das könnte sich letztlich auch auf die Transaktionsgebühren auswirken. Bei hoher Auslastung konkurrieren Nutzer um den begrenzten Platz in einem Block. Wollen viele Nutzer gleichzeitig eine Transaktion ausführen, können die Gebühren deshalb rasch steigen. Mehr verfügbare Kapazität kann diesen Druck verringern.

Dem steht ein wesentlicher Nachteil gegenüber: Größere Blöcke stellen höhere Anforderungen an die Computer, auf denen Ethereum betrieben wird. Steigen diese Anforderungen zu stark, kann die Teilnahme am Netzwerk als Validator teurer und technisch anspruchsvoller werden.

Der Test ist deshalb wichtig für die Skalierbarkeit von Ethereum. Die Entwickler wollen die Verarbeitungskapazität erhöhen, ohne die Stabilität des Netzwerks und die Möglichkeit zur Teilnahme zu stark einzuschränken.

Glamsterdam-Test soll Ethereums Belastungsgrenzen zeigen

Die Erhöhung auf 200 Millionen gilt vorerst nur für Sepolia. Auf diesem Testnetz können Entwickler neue Funktionen erproben, bevor Änderungen gegebenenfalls in das Ethereum-Hauptnetz übernommen werden.

Die Token auf Sepolia haben keinen tatsächlichen finanziellen Wert. Entwickler können deshalb unter realistischen Bedingungen experimentieren, ohne unmittelbar die Gelder der Nutzer zu gefährden.

Glamsterdam ist das nächste große Upgrade, das in dieser Umgebung getestet wird. Das höhere Gaslimit soll zeigen, ob Validatoren über längere Zeit Blöcke verarbeiten können, die mehr als dreimal so viel Rechenaufwand erfordern wie nach dem bisherigen Standard auf Sepolia.

Dabei untersuchen die Entwickler nicht nur, wie viele Transaktionen verarbeitet werden können. Auch die Leistung und Stabilität des Netzwerks spielen eine wichtige Rolle.

Die Anhebung auf 200 Millionen bedeutet daher nicht, dass dasselbe Gaslimit automatisch im Hauptnetz eingeführt wird. Die Ergebnisse des Sepolia-Tests müssen zunächst zeigen, wie viel zusätzliche Kapazität möglich ist, ohne die Zuverlässigkeit von Ethereum zu beeinträchtigen.

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