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Die Chefin einer der größten Kryptobörsen der Welt sieht dunkle Wolken über dem Altcoin-Markt aufziehen. Während Bitcoin (BTC) ihrer Ansicht nach den Ton angibt, tut sich der Rest des Marktes schwer, mitzuhalten. Müssen Kryptoanleger sich Sorgen machen?
Laut Gracy Chen, CEO der Kryptobörse Bitget, ist es unwahrscheinlich, dass Altcoins in absehbarer Zeit noch einmal richtig aufleben. In einer Analyse auf X schreibt sie, dass „die Altseason 2025 oder 2026 nicht kommen wird“.
Chen stützt sich auf Gespräche mit großen Finanzakteuren und Venture-Capital-Gebern, die sich zunehmend aus Altcoins zurückziehen. „Privatanleger haben ein katastrophales Risiko-Rendite-Profil und das Investoreninteresse trocknet aus“, so Chen. Web3‑Start-ups erhalten kaum noch Finanzierung, und der jüngste Crash am 10. Oktober habe das Vertrauen in kleinere Token weiter zerstört.
Ausnahmen gebe es jedoch: Infrastrukturprojekte mit realen Anwendungsfällen wie Stablecoins, die Tokenisierung „echter“ Vermögenswerte (RWA) und Zahlungslösungen. Gerade diese Projekte entscheiden sich jedoch häufig dagegen, überhaupt einen Token auszugeben.
Die Dominanz von Bitcoin wächst stetig. Diese Kennzahl zeigt, welchen Anteil der gesamten Kryptomarkt Bitcoin ausmacht. Kurzzeitig stieg dieser Anteil über 60 Prozent, zum Zeitpunkt des Schreibens liegt er knapp darunter bei 59,87 Prozent.

Die Bitget-CEO rät Anlegern zudem, realistisch zu bleiben. „Wer jetzt noch auf schnelle Gewinne mit obskuren Token hofft, lebt in einer Fantasie“, sagt sie. Große Investoren allokieren höchstens 5 bis 20 Prozent in Bitcoin. „Das ist eine vernünftige defensive Strategie in einem Markt ohne Euphorie.“
Unterdessen zeigt der Altcoin Season Index von CoinMarketCap einen Wert von 24. Dieser Index misst, wie viele Kryptowährungen über 90 Tage besser abschneiden als Bitcoin. Ein Wert unter 25 bedeutet offiziell eine „Bitcoin-Season“, in der BTC die meiste Aufmerksamkeit und die größten Kapitalzuflüsse erhält.
Chen beendet ihren Post mit einem Appell an Realismus und Geduld. „Wir sind nicht in einer Blase, aber auch nicht am Marktgipfel. Der echte Bullenmarkt beginnt erst, wenn wieder alle irrational euphorisch sind“, so die Bitget-CEO.
Demnach befindet sich der Kryptomarkt in der „Zweifelphase“: dem Stadium zwischen Verzweiflung und Euphorie, das häufig einer neuen Zyklusphase vorausgeht. „Sich von schnellen Reichtumsfantasien zu verabschieden, ist entscheidend. Vor allem: Bleiben Sie im Spiel.“
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