Eine der ältesten Wallets im Bitcoin- (BTC)Netzwerk ist nach Jahren der Funkstille plötzlich wieder aktiv geworden. Analysten beobachteten, dass die Wallet, die seit 2010 unangetastet geblieben war, Millionen von Dollar bewegte. Was steckt hinter diesem ungewöhnlichen Schritt eines „schlafenden“ Bitcoin-Whales?

Satoshi-Era-Wallet bewegt Millionen in BTC

Eine seltene Bitcoin-Wallet aus der Satoshi-Ära ist nach fünfzehn Jahren überraschend wieder aktiv geworden. Kürzlich transferierte die Wallet 50 BTC. Beim aktuellen Kurs von 86.700 Dollar entspricht das rund 4,3 Millionen Dollar. Die Transaktion wurde vom Analyseportal OnChain Lens entdeckt. Über ihren X-Account teilten sie mit, dass die Satoshi-Era-Wallet ihre Coins an fünf neue Adressen überwiesen hat.

Der Begriff „Satoshi-Era“ bezieht sich auf Wallets, die in den Anfangstagen von Bitcoin, also zwischen 2009 und 2010, aktiv waren. In dieser Phase arbeitete Bitcoin-Gründer Satoshi Nakamoto noch selbst an der Entwicklung des Protokolls.

Wallets aus dieser Zeit sind äußerst selten. Viele gerieten in Vergessenheit oder gingen verloren, weil Bitcoin damals so gut wie nichts wert war. Nutzer verloren daher häufig den Zugang oder maßen den Coins schlichtweg keinen Wert bei. Schätzungen zufolge sind zwischen drei und vier Millionen BTC, fast zwanzig Prozent des gesamten Angebots, für immer verschwunden.

Auffällig ist, dass in diesem Jahr mehrere alte BTC-Whales wieder aufgetaucht sind – und es geht dabei um erhebliche Summen. So wurde etwa Anfang dieses Monats bekannt, dass Owen Gunden, einer der bekanntesten und frühesten Bitcoin-Whales, seine gesamte öffentliche Position von rund 11.000 Bitcoin verkauft hat. Der Gesamtwert lag bei etwa 1,3 Milliarden Dollar. 

Dass nun wieder Bewegung in alte Wallets kommt, wirft Fragen auf. Wissen diese Whales möglicherweise mehr über den aktuellen Zustand des Marktes? Steht Bitcoin vor weiteren Kursrückgängen?

Widersprüchliche Signale

Die jüngste Volatilität hängt mit einer Mischung aus makroökonomischen und technischen Faktoren zusammen. So erwarten Analysten, dass die japanische Zentralbank bald die Zinsen anheben wird. Höhere Zinsen sind in der Regel ungünstig für risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen, da Sparen attraktiver wird. Anleger ziehen sich dann eher aus volatilen Märkten wie Bitcoin und Altcoins zurück.

Einige Investoren sind der Meinung, dass der Markt seinen Höhepunkt bereits erreicht hat, wenn man auf den klassischen Bitcoin-Halvingzyklus blickt. Dieser zeigt, dass die Kryptowährung ungefähr alle vier Jahre ein neues Hoch ausbildet. Andere verweisen hingegen auf den sogenannten Money Cycle, in dem derzeit sowohl Signale für eine Lockerung als auch für steigende Volatilität zu erkennen sind.

Hinzu kommt, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am 1. Dezember einen wichtigen Wendepunkt markierte, als sie das Programm zur quantitativen Straffung (Quantitative Tightening, QT) beendete. Mit QT verkleinert die Zentralbank ihre Bilanz, indem sie weniger Anleihen kauft, sodass weniger Geld im Finanzsystem zirkuliert. Das Auslaufen von QT kann dagegen zusätzliche Liquidität freisetzen, die auf der Suche nach Rendite ist. Historisch fällt dies häufig mit Phasen steigender Kryptokurse zusammen.

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