Seit Oktober hat sich der Kurs von Bitcoin (BTC) nahezu halbiert. Dennoch bleiben die amerikanischen BTC-Fonds bemerkenswert stabil, mit immer noch rund 95 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen. Große Abflüsse blieben aus, was auf den ersten Blick als Vertrauensbeweis in den Markt interpretiert werden könnte. Doch Markus Thielen, Gründer von 10x Research, sieht die Sache anders.
Daten zeigen strukturellen Abfluss
Seit dem Rekordhoch von über 126.000 Dollar im Oktober beobachten wir einen anhaltenden Abfluss. In jenem Monat selbst kamen noch netto 3,42 Milliarden Dollar hinzu, doch danach ging es rapide bergab.
Im November verzeichneten die ETFs einen Abfluss von 3,48 Milliarden US-Dollar, im Dezember von 1,09 Milliarden US-Dollar und im Januar von weiteren 1,61 Milliarden US-Dollar. Laut Daten der Analyseplattform SoSoValue wurde Mitte Februar bereits ein Nettoabfluss von etwa 782 Millionen Dollar verzeichnet.
Auch gestern gab es erneut Kapitalabflüsse. Die ETFs verloren 104,9 Millionen Dollar an Kapital. Damit wurde der geringe Nettozufluss vom Freitag in Höhe von 15,1 Millionen Dollar sofort zunichte gemacht.
Der Gesamtabfluss seit Oktober beläuft sich mittlerweile auf fast 7 Milliarden Dollar. Dies steht jedoch in relativem Kontrast zu den rund 95 Milliarden Dollar, die die Fonds nach wie vor verwalten.
Warum die ETFs nach wie vor stabil bleiben
Obwohl der Bitcoin-ETF-Markt auf den ersten Blick widerstandsfähig scheint, verbirgt sich laut Experten eine andere Realität hinter den Zahlen.
CoinDesk sprach auf einer Konferenz in Hongkong mit mehreren Experten, darunter Markus Thielen. Er argumentiert, dass das hohe Anlagevermögen vor allem auf Market Maker und Arbitrage-Fonds zurückzuführen ist, die überwiegend marktneutral agieren. Dabei sind sie nicht unbedingt bullish gegenüber Bitcoin.
Market Maker sind professionelle Akteure, die dafür sorgen, dass es an der Börse immer genügend Käufer und Verkäufer gibt. Sie verdienen am Unterschied zwischen Ankaufs- (Bid) und Verkaufspreis (Ask) und versuchen dabei, keine Risiken durch Kursschwankungen einzugehen.
Arbitragefonds arbeiten auf ähnliche Weise. Sie kaufen beispielsweise BTC-Fonds und verkaufen gleichzeitig Futures, das sind Verträge, mit denen man Bitcoin zu einem festen Preis in der Zukunft kaufen oder verkaufen kann. So profitieren sie von kleinen Preisunterschieden und versuchen ebenfalls, Kursrisiken weitgehend zu vermeiden.
Abfluss bei Ethereum, Zufluss bei XRP und Solana
Auch bei den amerikanischen Ethereum (ETH)-Fonds beobachten wir einen anhaltenden Abfluss. Seit November beläuft sich der Nettoverlust auf etwa 2,7 Milliarden Dollar. Relativ gesehen hat dieser Abfluss die Ethereum-Fonds stärker getroffen als die Bitcoin-Fonds. Das verwaltete Gesamtvermögen beläuft sich derzeit auf fast 11,5 Milliarden Dollar.
Auffällig ist, dass XRP hingegen weiterhin Zuflüsse verzeichnet. Seit der Einführung des ersten amerikanischen XRP-Börsenfonds im November flossen insgesamt 1,23 Milliarden Dollar zu. Bei Solana (SOL) zeigt sich ein ähnliches Bild. Seit ihrer Einführung im Oktober verzeichneten die Fonds eine Gesamtzufluss von 877,37 Millionen Dollar.
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