Am vergangenen Montag erreichte die Bitcoin-Dominanz, also der Anteil von Bitcoin am gesamten Kryptomarkt, ein Niveau von über 64 %. Gestern verzeichnete die Bitcoin-Dominanz jedoch mit 61,90 % ihren höchsten Tagesabschluss dieser Cycle.
Bitcoin-Maximalisten dürften insgeheim zufrieden sein, doch für Altcoin-Besitzer ist die Situation problematisch. Bitcoin absorbiert weiterhin die gesamte Liquidität im Markt. Wie ist das möglich? Und wann können wir mit einer Altseason rechnen?
Die erneute Dominanz von Bitcoin
Noch vor zwei Monaten, im Dezember, lag die Bitcoin-Dominanz bei 54 %. Das bedeutet, dass Bitcoin in kurzer Zeit erneut eine starke Kontrolle über den Markt erlangt hat. Historisch gesehen steigt die Bitcoin-Dominanz in Zeiten der Unsicherheit. Der Zusammenbruch von FTX im November 2022 war ein gutes Beispiel: Damals lag die Bitcoin-Dominanz bei nur 40 %, aber in den darauffolgenden Monaten floss Kapital aus Altcoins ab und in Richtung Bitcoin, wodurch der Marktanteil auf über 64 % anstieg.
Ein ähnliches Muster war zwischen 2018 und Anfang 2021 zu beobachten. Damals stieg die Bitcoin-Dominanz von 35 % auf 63 %, bevor Altcoins endlich anfingen, besser zu performen. Dieses Mal gibt es jedoch eine wichtige neue Komponente: institutionelle Investoren.
Institutionelles Kapital konzentriert sich auf Bitcoin
Seit der Genehmigung der Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024 hat Bitcoin eine beispiellose Menge an Liquidität angezogen. Derzeit verwalten Spot-Bitcoin-ETFs Vermögenswerte im Wert von über 120 Milliarden US-Dollar. Große Finanzinstitute wie BlackRock, Fidelity und Grayscale dominieren diesen Markt.
Zudem gewinnt die Idee von Bitcoin als strategische Reserve zunehmend an Bedeutung. Sollte es dazu kommen, dass Regierungen Bitcoin als Absicherung gegen finanzielle Unsicherheiten betrachten, könnte die Kapitalrotation, die in früheren Zyklen zu einem Anstieg der Altcoins führte, deutlich länger auf sich warten lassen.
Was muss passieren, damit eine Altseason beginnt?
Historisch gesehen fließt das Kapital im Kryptomarkt in Phasen. Zunächst absorbiert Bitcoin die Liquidität und führt den Markt an. Erst wenn Bitcoin sich stabilisiert, fließt Kapital in Altcoins und es beginnt eine sogenannte Altseason. Dies war deutlich in den Jahren 2017 und 2021 zu beobachten. 2017 erreichte die Bitcoin-Dominanz ihren Höchststand von 70 %, bevor sie sank und Altcoins wie Ethereum große Gewinne verzeichneten. Ein ähnliches Szenario ereignete sich 2021, als Bitcoin 69.000 $ erreichte und anschließend viel Kapital in Altcoins floss.
Derzeit bleibt die Bitcoin-Dominanz jedoch stark. Für eine Altcoin-Rallye muss die Bitcoin-Dominanz sinken. So einfach ist das. Doch was ist dafür erforderlich? Ein entscheidender Faktor könnte eine geldpolitische Lockerung sein. Das bedeutet, dass Zentralbanken Anleihen kaufen, um Geld in die Wirtschaft zu pumpen – wie es beispielsweise 2021 geschah. Dies tritt häufig bei niedrigen Zinsen auf, doch momentan befinden sich die Zinssätze noch auf einem relativ hohen Niveau.
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