Binance verschärft die Regeln für Market Maker und Token-Herausgeber auf der Plattform. Die weltweit größte Kryptobörse reagiert damit auf anhaltende Kritik an Handelspraktiken nach dem Crash im Oktober, bei dem Hebelpositionen im Milliardenbereich in kurzer Zeit ausgelöscht wurden.
Keine Gewinnbeteiligung mehr zwischen Projekten und Market Makern
In einem Blogpost gibt Binance bekannt, dass Krypto-Projekte keine Gewinnbeteiligungsvereinbarungen mehr mit Market Makern treffen dürfen. Diese Akteure, die kontinuierlich Kauf- und Verkaufsaufträge platzieren, um den Handel zu ermöglichen, dürfen auch nicht mehr mit Projekten zusammenarbeiten, um Kurse zu steuern oder Liquidität künstlich zu beeinflussen.
Die Börse betont, dass Verstöße streng geahndet werden. Eingriffe können schnell erfolgen, und in schweren Fällen werden Market Maker von der Plattform ausgeschlossen. Zudem müssen Krypto-Projekte künftig transparent über ihre Kooperationen informieren. Sie sind verpflichtet, Details über die beteiligten Market Maker, einschließlich Vertragsbedingungen und rechtlicher Struktur, offenzulegen.
Kritik nach dem Oktober-Crash
Die strengeren Regeln folgen auf anhaltende Kritik nach dem Crash vom 10. Oktober, der den Kryptomarkt hart getroffen hat. Verschiedene Marktteilnehmer, darunter Don Wilson von der Handelsfirma DRW, äußerten, dass sich einige Börsen während der Unruhen nicht als neutrale Handelsplattformen verhielten.
Das Vertrauen unter Privatanlegern hat seitdem erheblichen Schaden genommen. Viele von ihnen sind noch immer nicht zurückgekehrt, während insbesondere kleinere Kryptowährungen, auch als Altcoins bekannt, weiter abrutschen. Binance-Gründer Changpeng Zhao bezeichnete die Vorwürfe, die Börse habe eine Rolle beim Crash gespielt, im Januar als „weit hergeholt“.
Sechs Warnsignale für Manipulation
Binance hat eine Liste von sechs Signalen veröffentlicht, die auf manipulative Praktiken von Market Makern hinweisen können. Dazu gehören anhaltender Verkaufsdruck ohne entsprechende Kaufaktivität sowie koordinierte Einzahlungen und Verkäufe von Token auf mehreren Börsen.
Laut der Börse sind dies wichtige Indikatoren für ein gestörtes Handelsumfeld. Das ist besonders relevant in der Kryptomarkt, wo die Liquidität vieler Token begrenzt ist und oft nicht durch natürliche Nachfrage gestützt wird. Gerade deshalb spielen Market Maker eine entscheidende Rolle. Viele Projekte sind von diesen Akteuren abhängig, um den Handel in Gang zu halten und extreme Kursschwankungen zu vermeiden.
Binance verliert Marktanteile
Die strengeren Regeln kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Binance Marktanteile verliert. Dezentrale Börsen wie Hyperliquid gewinnen durch mehr Transparenz und neuere Technologien an Boden. Der Marktanteil von Binance war nach dem Fall von FTX im Jahr 2022 stark gewachsen.
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