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Die beliebte Kryptobörse Binance gibt an, durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz mögliche Verluste von über 10 Milliarden Dollar durch Kryptobetrug verhindert zu haben. Laut der Handelsplattform wurden zwischen Anfang 2025 und März 2026 Millionen von Nutzern vor Phishing, Betrug und anderen Formen der Cyberkriminalität geschützt. Phishing ist eine Betrugsmethode, bei der Kriminelle durch gefälschte Nachrichten oder Websites versuchen, Passwörter oder andere sensible Daten zu stehlen.
Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Blogbeitrag von Binance hervor. Die Börse meldet, dass mehr als 5,4 Millionen Nutzer dank über 24 AI-Projekten und mehr als 100 Sicherheitsmodellen geschützt wurden, die verdächtige Aktivitäten automatisch analysieren.
Laut Binance nutzen Cyberkriminelle zunehmend künstliche Intelligenz, um ausgeklügelte Betrugsformen zu entwickeln. Dadurch wird es einfacher, glaubwürdige Phishing-Angriffe, gefälschte Websites und digitale Identitätsbetrüge durchzuführen.
„KI-gesteuerter Betrug und Exploits nehmen rasant zu“, schreibt Binance. Die Börse erklärt, KI senke die technische Hürde für Kriminelle erheblich, wodurch Betrug in großem Stil ermöglicht wird.
Die Börse warnt unter anderem vor Deepfakes, Stimmenimitationen, gefälschten Plattformen und Phishing-Bots, die immer realistischer werden. Ein Deepfake ist ein von KI erstelltes Video oder Bild, in dem das Gesicht oder die Stimme einer realen Person überzeugend nachgeahmt wird. Betrüger nutzen diese Techniken, um Vertrauen zu erwecken und Opfer dazu zu bringen, Krypto oder persönliche Daten preiszugeben.
Die Warnung von Binance steht im Einklang mit früheren Zahlen der US-amerikanischen Ermittlungsbehörde FBI. Diese meldete im April, dass amerikanische Bürger insgesamt etwa 11 Milliarden Dollar durch Kryptobetrug verloren haben.
Laut FBI gaben sich Betrüger regelmäßig als Mitarbeiter von Regierungsbehörden oder bekannten Kryptounternehmen aus, um Opfer unter Druck zu setzen, Geld zu überweisen.
Binance erklärt, in den vergangenen 15 Monaten etwa 10,53 Milliarden Dollar an potenziellen Nutzerverlusten verhindert zu haben. Zudem wurden mehr als 36.000 verdächtige Wallet-Adressen auf eine schwarze Liste gesetzt. Eine Wallet-Adresse ist eine einzigartige Adresse auf der Blockchain, über die Kryptowährungen gesendet und empfangen werden, vergleichbar mit einer Kontonummer.
Allein im ersten Quartal 2026 habe die Börse nach eigenen Angaben 22,9 Millionen Phishing- und Betrugsversuche abgefangen. Dadurch seien fast 2 Milliarden Dollar an Nutzerfonds geschützt worden.
Zur Betrugserkennung setzt Binance verschiedene KI-Technologien ein. So nutzt die Plattform Computer Vision, um gefälschte Zahlungsbelege zu identifizieren. Computer Vision ist ein Bereich der KI, der es Computern ermöglicht, Bilder und Videos zu analysieren und zu interpretieren. Binance verwendet zudem Sprachverarbeitung in Echtzeit, um verdächtige Kommunikation und Betrugsmuster zu erkennen.
Darüber hinaus setzt Binance auf fortschrittliche Identitätsverifizierung, um Deepfakes und synthetische Identitäten zu bekämpfen. Synthetische Identitäten sind gefälschte Identitäten, die aus teilweise echten und teilweise erfundenen personenbezogenen Daten bestehen, oft mit KI generiert.
Laut der Kryptobörse werden mittlerweile 57 Prozent aller Betrugserkennungen automatisch von KI-Systemen durchgeführt. Dies habe zu einem Rückgang von Kartenbetrug um 60 bis 70 Prozent im Vergleich zu Branchendurchschnitten geführt.
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