Nach vier Jahren wurde letzte Woche endlich ein Urteil in der letzten Phase des Rechtsstreits zwischen Ripple und der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) gefällt.

Doch der Kampf ist noch nicht vorbei, da beide Parteien noch Berufung einlegen können. In einem aktuellen Interview mit „The Wolf Of All Streets“ deutete der bekannte Anwalt James Murphy an, dass es zwei Gründe gibt, warum die Regierungsbehörde wahrscheinlich Berufung einlegen wird.

Entscheidung über Disgorgement

Ein wichtiger Grund für eine mögliche Berufung ist die Entscheidung von Richterin Analisa Torres, der SEC kein „Disgorgement“ in Höhe von 876,3 Millionen Dollar zuzusprechen.

Disgorgement ist ein rechtlicher Prozess, bei dem eine Partei verpflichtet wird, unrechtmäßig erzielte Gewinne an die geschädigten Parteien zurückzuzahlen, häufig in Fällen von Betrug oder Verstößen gegen das Wertpapierrecht.

Torres entschied, dass die SEC nicht nachweisen konnte, dass institutionelle Käufer von XRP finanziellen Schaden erlitten haben. Diese Entscheidung könnte sich auf andere laufende Verfahren der SEC auswirken. Daher erwartet Murphy, dass es eine erhebliche Wahrscheinlichkeit gibt, dass die Regierungsbehörde Berufung einlegen wird.

Berufung auf Urteil von 2023

Ein zweiter Grund für eine mögliche Berufung hängt mit der Entscheidung von Richterin Torres bezüglich des programmatischen Verkaufs von XRP an Börsen zusammen. Am 13. Juli 2023 entschied die Richterin, dass diese Verkäufe nicht unter das Wertpapierrecht fallen.

Murphy weist darauf hin, dass diese Entscheidung auch Auswirkungen auf andere kryptobezogene Rechtsstreitigkeiten haben könnte, wie zum Beispiel den Fall gegen die Krypto-Börse Binance, bei dem dieselbe Argumentation angewendet wird.

Ripple könnte ebenfalls Berufung einlegen

Ripple könnte selbst auch Berufung gegen das Urteil einlegen. Neben der verhängten Geldstrafe hat der Richter Ripple nämlich ein dauerhaftes Verbot auferlegt, in Zukunft XRP ohne Genehmigung der SEC zu verkaufen.

Dieses Verbot könnte US-amerikanische Institutionen davon abhalten, XRP direkt von Ripple zu kaufen, was die Einführung von Ripples On-Demand Liquidity (ODL) und die Liquidität von XRP in den Vereinigten Staaten (USA) erheblich behindern könnte.

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