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Ein neues Bericht des Forschungsunternehmens Citrini Research sorgte am Montag für Unruhe an der US-Börse. In dem inzwischen viral gegangenen Dokument, das Millionen Male auf X angesehen wurde, entwirft Citrini ein extrem Szenario, in dem künstliche Intelligenz die Wirtschaft grundlegend stört.
Der Kern der Aussage: KI-Agenten werden so produktiv, dass menschliche Arbeit in großem Umfang überflüssig wird. Das klingt effizient, könnte laut Citrini jedoch zu massiven Entlassungen, sinkendem Konsum und letztlich zu einer Rezession führen.
Citrini führt einen neuen Begriff ein: „Ghost GDP“. Damit meint das Unternehmen eine wirtschaftliche Leistung, die zwar in den nationalen Statistiken erscheint, aber nicht in den Haushalten ankommt.
In ihrem hypothetischen Szenario für Juni 2028 erledigt ein GPU-Cluster in North Dakota die Arbeit von 10.000 Büroangestellten in Manhattan. Die Profitabilität der Unternehmen steigt, aber die Löhne verschwinden. Das Ergebnis: weniger Konsumausgaben und eine von innen ausgehöhlte Wirtschaft.
Im selben Szenario liegt der S&P 500 38 Prozent unter seinem Höchststand, die Arbeitslosigkeit steigt auf über 10 Prozent und selbst der 13 Billionen Dollar schwere US-Hypothekenmarkt gerät unter Druck.
Anleger reagierten sofort. IBM verzeichnete den größten Kursrückgang innerhalb eines Tages seit 25 Jahren mit einem Verlust von über 13 Prozent. Auch Microsoft, Oracle und Accenture verloren an Wert.

Auffällig war auch der Schlag für Zahlungsdienstleister wie Visa, Mastercard und American Express. Wenn die Konsumausgaben sinken, verlieren Transaktionsabwickler schließlich direkt ihre Einnahmen.
Die Unruhe wurde durch Warnungen des Risikodenker Nassim Taleb verstärkt, der erklärte, dass KI einige Softwareunternehmen sogar in den Bankrott treiben könnte. Gleichzeitig gab Anthropic bekannt, dass sein KI-Tool alte COBOL-Software modernisieren kann. Das stellt eine direkte Bedrohung für Unternehmen dar, die ihr Geschäftsmodell darauf aufgebaut haben.
Dennoch sind nicht alle von diesem Katastrophenszenario überzeugt. Investoren wie Jason Calacanis, Chamath Palihapitiya und Mark Cuban weisen darauf hin, dass KI-Agenten derzeit noch teuer im Einsatz sind.
Ihnen zufolge müssen KI-Systeme mindestens doppelt so produktiv sein wie Arbeitnehmer, um wirtschaftlich rentabel zu werden. Solange das nicht der Fall ist, bleibt die großflächige Ersetzung von Arbeitskräften begrenzt.
Die Diskussion berührt eine breitere Frage: Was passiert mit Risikoinvestitionen, wenn KI tatsächlich zu struktureller Arbeitslosigkeit und geringerer Konsumnachfrage führt? Vorerst scheint der Markt vor allem mit Unsicherheit zu kämpfen. Nicht, weil die KI versagt, sondern weil sie möglicherweise zu gut funktioniert.
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