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Künstliche Intelligenz (KI) könnte bald der bedeutendste Nutzer der Blockchain, dem Rückgrat der Kryptowährungen, werden. Laut Illia Polosukhin, dem Gründer des Kryptoprojekts NEAR Protocol (NEAR), werden in der Zukunft nicht Menschen, sondern vor allem KI-Agenten Transaktionen durchführen, Kryptowährungen verwalten und sogar in Governance-Systemen abstimmen.
Polosukhin zufolge steht die Branche vor einer grundlegenden Veränderung. Nicht Wallets, Block Explorer oder komplexe Transaktionen, sondern KI-Assistenten werden der Zugang zur Blockchain.
„Die Nutzer der Blockchain werden KI-Agenten sein“, sagte er in einem Interview mit CoinDesk. „KI wird vorne sein und die Blockchain im Hintergrund.“
In diesem Szenario handeln KI-Systeme im Namen der Nutzer. Sie zahlen Rechnungen, verwalten digitale Vermögenswerte und führen Transaktionen auf Blockchains aus, ohne dass die Menschen selbst mit der Technologie interagieren müssen.
Polosukhin erwartet sogar, dass KI zur universellen Benutzeroberfläche des Internets wird.
„KI ist die Vorderseite, nicht nur für Blockchain, sondern für alles“, so der NEAR-Gründer. „In ein paar Jahren wird es einfach KI sein, wie ein Betriebssystem.“
Polosukhin zufolge hat sich die Kryptobranche zu lange auf technische Details konzentriert, die für den Durchschnittsnutzer kaum verständlich sind.
„Das Ziel ist, dass KI die gesamte Blockchain-Technologie verbirgt“, sagte er. „Die Tatsache, dass wir Blockchain Explorer haben, ist eigentlich ein Versagen, weil wir die Technologie nicht gut abstrahieren.“
Mit anderen Worten: Wenn alles reibungslos funktioniert, bemerken die Nutzer nicht einmal mehr, dass eine Blockchain dahintersteckt.
Blockchain fungiert dann vor allem als Infrastruktur. Das Netzwerk regelt im Hintergrund Zahlungen, Eigentum und Verifikation, während KI-Systeme die Aufgaben erledigen.
In letzter Zeit versuchte die Kryptowelt, von der KI-Welle zu profitieren. Dies geschah vor allem mit spekulativen Tokens und Handelsbots.
Polosukhin meint, dass die Branche dabei die eigentliche Chance verpasst.
„Blockchain ist im Kern finanziell“, sagte er. „Es wird sich auf Finanzen beschränken, aber alles, was wir in unserem Leben tun, hat letztlich mit Finanzen zu tun.“
KI-Plattformen könnten seiner Meinung nach Blockchain als neutrale Finanzinfrastruktur nutzen. Man denke an automatische Zahlungen, digitale Eigentumsregistrierungen und programmierbare Belohnungen.
Nicht alle sind überzeugt. Letzte Woche konnte man im Krypto-Nachrichten lesen, dass der CEO von Stripe sagte, Blockchains müssten viel schneller werden, um bereit für die KI-Zukunft zu sein.
Die Zusammenarbeit zwischen KI-Forschern und der Kryptobranche wird laut Polosukhin auch durch das Image der Industrie behindert.
„Memecoins ruinieren das Ansehen der Branche“, sagte er. „KI-Experten meiden Krypto wegen der Memecoins.“
Viele KI-Entwickler betrachten Krypto weiterhin als Brutstätte für Spekulationen und Betrug.
Trotzdem erwartet Polosukhin, dass die beiden Welten letztlich zusammenfinden. Wenn KI-Systeme immer häufiger im Namen von Menschen handeln, benötigen sie eine verlässliche Infrastruktur.
„Blockchain steht für neutrale Märkte und neutrale Infrastruktur“, sagte er.
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