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Am 19. November legt Nvidia seine Zahlen für das dritte Quartal vor, und selten haben Anleger so gebannt auf ein Tech-Unternehmen geschaut. Nvidia ist der Motor hinter dem KI-Narrativ, das die laufende Hausse an den Aktien- und Kryptomärkten antreibt.
Die Frage ist simpel: Kann das Unternehmen erneut überraschen? Denn wenn Nvidia ins Stocken gerät, schlägt sich das unmittelbar in den Bewertungen all dessen nieder, was am KI-Sentiment hängt – vom S&P 500 bis zu Bitcoin (BTC).
Die Datacenter-Sparte bleibt die Gewinnmaschine: High-End-KI-Chips, Netzwerkinfrastruktur und extrem lukrative Softwarelizenzen.
Vor allem die Softwarekomponente wird entscheidend. CUDA ist ein Ökosystem, an das Millionen Entwickler gebunden sind. Das verschafft Nvidia einen Apple-ähnlichen Lock-in-Effekt und ermöglicht hohe Preise.
Bernstein erwartet, dass Nvidias Marktanteil in China von 66 % im Jahr 2024 auf 54 % im Jahr 2025 zurückgeht.
Dafür gibt es drei Gründe:
Huaweis Chips sind Nvidias Blackwell-Generation technisch weiterhin unterlegen, doch mit massiven Clustern und Softwareentwicklung kann China die Leistungslücke quantitativ kompensieren.
Nvidia profitiert derzeit noch von quasi-monopolistischen Preisen (Bruttomargen von über 70 %). Doch wenn China ein eigenes Ökosystem aufbaut, könnte das:
Das Forward-KGV – der Aktienkurs dividiert durch den erwarteten Gewinn der kommenden 12 Monate – bleibt mit einem Verhältnis von 42 recht anspruchsvoll.
Das größte Risiko: Jede Enttäuschung schlägt härter durch als bei anderen Tech-Giganten. Von Nvidia wird erwartet, die Märkte fortlaufend mit Gewinnen zu überraschen, die über den Prognosen der Analysten liegen.
Die Rally 2023–2025 – an den Aktienmärkten wie bei Bitcoin – ruht auf einer zentralen Säule: massiven Investitionen in KI-Infrastruktur, mit Nvidia als Taktgeber.
Enttäuscht Nvidia? Dann könnte der Markt daraus schließen, dass der Investitionszyklus für KI seinen Höhepunkt erreicht. Überrascht Nvidia erneut? Dann dürfte die KI-Manie weiter anschwellen.
Nvidia beeinflusst Bitcoin auf drei Arten:
1. Risikobereitschaft: Legt Nvidia starke Zahlen vor, steigt die Risikoneigung der Anleger. Das stärkt den Glauben an eine weitere Ausweitung des KI-Sektors. Schwache Zahlen bewirken das Gegenteil. Bitcoin ist letztlich eine Funktion von Liquidität und Risikoneigung – und Nvidia ist derzeit der wichtigste Trigger für dieses Sentiment.
2. KI als Makro-Narrativ: KI ist das Flaggschiff technologischen Fortschritts. Der Markt glaubt, dass KI deflationär wirkt und enorme Produktivitätsgewinne bringt. Bitcoin profitiert als makroökonomische Wette auf technologischen Wandel. Zeigt Nvidia, dass der KI-Hype noch lange nicht vorbei ist, dürfte Bitcoin weiter mitlaufen.
3. Kapitalströme: Gigantische KI-Investitionen verlangen nach Dollars. Kaufen Unternehmen weiterhin massenhaft Chips, bleibt Kapital im Tech-Sektor im Umlauf und die Liquidität steigt. Diese Überfülle sickert in die Krypto-Märkte durch, wie 2024–2025 zu sehen war. Verlangsamt sich die KI-CapEx, kann dagegen Liquiditätsdruck entstehen – das trifft Bitcoin unmittelbar.
Nvidias Zahlen sind nicht nur ein Test für das Unternehmen selbst, sondern für die gesamte KI-Rally. Und von dieser Hausse ist auch Bitcoin stark abhängig.
Bei einer Enttäuschung könnte der Markt plötzlich an der Tragfähigkeit des KI-Zyklus zweifeln – mit womöglich deutlichen Folgen für alle Risikowerte.
Nvidia ist der Stimmungsanker dieser Hausse.
Am 19. November zeigt sich, ob dieser Anker noch fester sitzt – oder zu rutschen beginnt. Bitcoin könnte am kommenden Mittwoch starke Zahlen gut gebrauchen, denn der Bitcoin-Kurs tut sich derzeit äußerst schwer.
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