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Die US-Regierung könnte einen wichtigen Belastungsfaktor für Bitcoin (BTC) aus dem Markt nehmen. Das Finanzministerium will künftig häufiger langlaufende Staatsanleihen zurückkaufen und schließt größere Eingriffe nicht aus. Nach Einschätzung des Makrostrategen Mark Connors könnte dadurch am Ende sogar Spielraum für einen Bitcoin-Kurs von 180.000 Dollar entstehen.
Entscheidend ist das Zinsniveau in den USA. Hohe Renditen machen Staatsanleihen attraktiver, sodass Anleger weniger geneigt sind, auf riskantere Anlagen wie Bitcoin zu setzen. Wenn die Maßnahmen aus Washington dazu beitragen, die langfristigen Zinsen zu senken, würde dieser Gegenwind nachlassen. Connors sieht darin einen möglichen Wendepunkt für Bitcoin.
Finanzminister Scott Bessent machte am Donnerstag deutlich, dass die angekündigten Rückkäufe nicht auf eine einmalige Maßnahme beschränkt sein müssen. Das Ministerium will häufiger langlaufende Staatsanleihen zurückkaufen und könnte dabei über die zuvor angekündigten 4 Milliarden Dollar je Operation hinausgehen.
Bessent betonte, Washington verfüge über mehrere Instrumente, falls der Druck am Anleihemarkt erneut zunehme. Die derzeit hohen Renditen spiegelten aus seiner Sicht die zugrunde liegende Stärke der US-Wirtschaft nicht angemessen wider.
Für Connors ist vor allem das Signal hinter diesen Aussagen entscheidend. Die bisherigen Rückkäufe seien noch vergleichsweise gering, doch er erwartet, dass Washington die Volumina letztlich deutlich erhöhen könnte. Er hält Rückkäufe von 10 bis 30 Milliarden Dollar pro Monat für möglich.
Das könnte an Bedeutung gewinnen, da die US-Regierung immer mehr Schulden refinanzieren muss. Größere Rückkäufe schaffen zusätzliche Nachfrage nach Staatsanleihen und könnten so helfen, die langfristigen Renditen zu drücken. Genau diese Entwicklung könnte Connors zufolge Bitcoin zugutekommen.
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Für Bitcoin geht es vor allem um die Attraktivität amerikanischer Staatsanleihen. Bieten sie hohe Renditen, können Anleger mit vergleichsweise geringem Risiko solide Erträge erzielen. Dadurch verlieren riskantere Anlagen wie Aktien und Krypto an Reiz.
Sinken die langfristigen Renditen, verändert sich dieses Bild. Staatsanleihen werden relativ weniger attraktiv, und Kapital kann eher in Richtung Bitcoin und andere riskantere Anlagen fließen.
Die Aussagen von Bessent haben Connors deshalb veranlasst, seine Erwartungen für Bitcoin anzupassen. Ursprünglich ging er davon aus, dass BTC bis November nur begrenzten Spielraum für einen deutlichen Anstieg habe, unter anderem wegen des bekannten Vierjahreszyklus am Markt. Nach den jüngsten Eingriffen aus Washington zweifelt er daran nun.
Connors sieht zudem einen weiteren möglichen Schritt. Die USA könnten die Regeln lockern, die festlegen, wie viele Staatsanleihen Banken im Verhältnis zu ihrem Kapital halten dürfen. Dadurch hätten Banken mehr Spielraum, US-Staatsschulden in ihre Bilanzen zu nehmen, was die Nachfrage nach Staatsanleihen zusätzlich stützen könnte.
Falls es dazu kommt und Washington zugleich mit größeren Rückkäufen fortfährt, sieht Connors deutlich mehr Potenzial für Bitcoin. Sein erstes großes Kursziel liegt bei 180.000 Dollar. Für den Zeitraum bis 2030 hält er sogar einen Bitcoin-Kurs zwischen 180.000 und 360.000 Dollar für möglich.
Auch aus technischer Sicht hat Bitcoin einen wichtigen Schritt gemacht. Rund um 72.000 Dollar lag nach Angaben von Jim Ferraioli, Leiter der Krypto-Analyse bei Charles Schwab, eine große Konzentration von Short-Positionen. Inzwischen hat BTC diese Marke klar überwunden, der Bitcoin-Kurs notiert bei rund 75.000 Dollar.
Der Ausbruch kann den schnellen Anstieg teilweise erklären. Händler, die rund um 72.000 Dollar auf fallende Kurse gesetzt hatten, mussten bei weiter steigenden Notierungen ihre Positionen schließen oder wurden liquidiert. Das sorgte oberhalb der wichtigen Marke für zusätzlichen Kaufdruck.
Da Bitcoin inzwischen bei rund 75.000 Dollar steht, richtet sich der Blick nun darauf, ob der Kurs den Ausbruch verteidigen kann. Ein Rückfall unter 72.000 Dollar würde das technische Bild wieder eintrüben, während ein Verbleib über dieser Marke zeigt, dass Käufer vorerst die Kontrolle behalten.
Zudem bleibt der CLARITY Act Connors zufolge ein wichtiger Risikofaktor. Er blickt vor allem auf den 15. September. Sollte die US-Kryptogesetzgebung bis dahin keine weiteren Fortschritte machen, könnte die Stimmung kippen und der Bitcoin-Kurs erneut unter Druck geraten.
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