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US-Finanzminister Scott Bessent ist bereit, bei Bedarf stärker am Anleihemarkt einzugreifen. Nachdem sein Ministerium am Mittwoch bereits angekündigt hatte, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen mindestens zu verdoppeln, stellte Bessent weitere Erhöhungen der Volumina in Aussicht.
Zugleich arbeitet die Regierung von Präsident Donald Trump an einem neuen Plan, um die US-Staatsfinanzen zu stabilisieren. Die Vorschläge könnten Ende dieser Woche oder Anfang kommender Woche vorgestellt werden. Die Maßnahmen folgen auf einen Anstieg der langfristigen US-Zinsen auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren.
Ab dem kommenden Monat will das US-Finanzministerium pro Maßnahme bis zu 4 Milliarden Dollar an langlaufenden Staatsanleihen zurückkaufen. Das entspricht einer Verdopplung gegenüber den bisherigen 2 Milliarden Dollar.
Nach Bessents Darstellung muss es dabei nicht bleiben. Sollte die Lage es erfordern, könne das Volumen weiter erhöht werden.
Der Minister betonte, Washington verfüge über mehrere Instrumente, um Spannungen am Anleihemarkt einzudämmen. Zugleich gehe es bei dem aktuellen Eingriff auch um ein Signal. Bessent hält den starken Zinsanstieg für nicht vereinbar mit der grundlegenden Stärke der US-Wirtschaft.
Die Ankündigung erfolgte, nachdem die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen in dieser Woche den höchsten Stand seit fast 20 Jahren erreicht hatte. Auch die Rendite zehnjähriger Papiere legte deutlich zu.
Der Markt reagierte am Mittwoch zunächst positiv. Die langfristigen Zinsen fielen deutlich, während Aktien und Krypto kräftig zulegten. Am Donnerstag wurde ein Teil dieser Bewegung bereits wieder korrigiert, und 30-jährige Staatsanleihen gaben ihre vorherigen Gewinne ab.
Bessent zeigt sich davon vorerst unbeeindruckt. Kursbewegungen innerhalb von 24 Stunden hätten aus seiner Sicht nur begrenzte Aussagekraft für die längere Frist.
Allein der Rückkauf von Anleihen reicht nicht aus, um das grundlegende Problem zu lösen. Die Vereinigten Staaten kämpfen mit hohen Haushaltsdefiziten und einer rasch wachsenden Staatsverschuldung. Eine breit gefasste Kennzahl für die US-Staatsschulden überschritt am Mittwoch erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar.
Deshalb arbeitet Washington parallel an einem neuen Haushaltsplan. Trump hat Bessent und Haushaltsdirektor Russ Vought damit beauftragt, sich auf dieses Thema zu konzentrieren.
Details sind noch nicht bekannt. Bessent sprach jedoch von einem stärkeren Fokus auf die Verringerung des Haushaltsdefizits. Er verwies unter anderem auf mögliche Einsparungen durch eine konsequentere Bekämpfung von Betrug sowie eine kritischere Prüfung von Bundesprogrammen, über die Mittel an die US-Bundesstaaten fließen.
Darüber hinaus erwartet er, dass höhere Einnahmen aus Importzöllen helfen könnten. Nach Einschätzung Bessents stehen die Chancen gut, dass das US-Haushaltsdefizit seinen Höchststand inzwischen hinter sich hat.
Washington versucht damit, das Problem von zwei Seiten anzugehen. Kurzfristig werden mehr langlaufende Staatsanleihen zurückgekauft, um den Handel am Anleihemarkt zu stützen. Gleichzeitig will die Regierung mit einem neuen Haushaltsplan zeigen, dass sie auf den enormen Finanzierungsbedarf reagiert.
Für die Finanzmärkte wird vor allem entscheidend sein, wie konkret dieser zweite Teil ausfällt. Die Rückkäufe können vorübergehend Entlastung bringen, die Sorgen über die US-Staatsverschuldung und die Haushaltsdefizite verschwinden dadurch jedoch nicht.
Bessent erwartet, dass Wirtschaftswachstum letztlich dazu beiträgt, die Schuldenlast besser beherrschbar zu machen. Er hält die US-Wirtschaft für robust und betrachtet den aktuellen Inflationsdruck durch Energiepreise als vorübergehend.
Mehr Klarheit über die Haushaltspläne könnte bereits in den kommenden Tagen folgen. Zudem will Bessent am Montag weitere Details zu den neuen Wirtschaftssanktionen nennen, mit denen die Regierung Trump den Druck auf Iran erhöhen will.
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