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Der südkoreanische Vermögensverwalter Shinhan Asset Management will klassische Anleihen auf Solana bringen. Gemeinsam mit der Solana Foundation, Etherfuse und Orca testet das Unternehmen, ob ein in koreanischen Won denominierter Investmentfonds über die Blockchain ausgegeben und vertrieben werden kann.
Der Fonds soll in kurzlaufende südkoreanische Anleihen investieren und richtet sich an ausländische institutionelle Investoren. Von einem endgültigen Start ist bislang keine Rede. Zunächst soll sich zeigen, ob das System technisch, rechtlich und operativ funktioniert.
Shinhan und seine Partner unterzeichneten am 21. August eine Absichtserklärung für einen sogenannten Proof of Concept. Dabei soll der gesamte Ablauf rund um den Fonds in der Praxis erprobt werden.
Die Beteiligten untersuchen unter anderem, wie Anleger identifiziert, Geldwäscheprüfungen durchgeführt und digitale Fondsanteile auf Solana ausgegeben und verwaltet werden können.
Shinhan bringt seine Expertise in der Vermögensverwaltung und Finanzregulierung ein. Etherfuse stellt die Infrastruktur für die tokenisierten Vermögenswerte bereit, während Orca sich auf die Liquidität innerhalb von Solana konzentriert.
Wie groß der Fonds am Ende werden soll und wann er tatsächlich verfügbar sein könnte, wurde noch nicht bekannt gegeben. Auch ein Zielrendite oder ein Termin für eine kommerzielle Einführung wurde bislang nicht genannt.
Die Solana Foundation verweist bei dem Projekt auf BUIDL von BlackRock. Der tokenisierte Geldmarktfonds zeigt, wie klassische Finanzprodukte über eine Blockchain ausgegeben und vertrieben werden können.
Der Fonds von Shinhan ist allerdings anders ausgestaltet. BUIDL investiert vor allem in US-Staatsanleihen und Barmittel, während Shinhan auf kurzlaufende südkoreanische Anleihen setzt und den Fonds in koreanischen Won denominiert.
Beide gehören zum wachsenden Markt für Real World Assets (RWA). Dabei werden klassische Vermögenswerte wie Anleihen, Aktien und Immobilien digital auf einer Blockchain abgebildet.
Shinhan prüft allerdings nicht nur Solana. Der Vermögensverwalter schloss am 14. August auch eine Vereinbarung mit Plume für einen Test mit einem tokenisierten Fonds in koreanischen Won. Das Unternehmen untersucht damit mehrere Blockchain-Lösungen.
Der Zeitpunkt ist nicht zufällig. Südkorea arbeitet an neuen gesetzlichen Regeln, die eine rechtliche Grundlage für tokenisierte Wertpapiere schaffen sollen.
Die Nationalversammlung verabschiedete im Januar Gesetzesänderungen, durch die ein digitales Register als offizielles Wertpapierregister anerkannt werden kann. Damit entsteht Spielraum, unter anderem Aktien, Anleihen und Anlageprodukte über Blockchain-Technologie auszugeben.
Die bestehenden Finanzregeln gelten dabei weiterhin. Unternehmen müssen nach wie vor Vorgaben zu Zulassungen, Informationspflichten und Anlegerschutz erfüllen.
Die neuen Regeln sollen voraussichtlich rund ein Jahr nach ihrer Veröffentlichung in Kraft treten. Anfang 2027 könnte damit zu einem wichtigen Zeitpunkt für den südkoreanischen Markt werden.
Für Shinhan bleibt es vorerst bei einem Experiment. Der Test mit Solana soll vor allem zeigen, ob die Blockchain geeignet ist, solche Fonds in größerem Umfang ausländischen Anlegern anzubieten.
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