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Eines der größten Logistikunternehmen Japans will Fahrer und Partner künftig mit dem Stablecoin JPYC bezahlen. Es wäre der erste groß angelegte Einsatz des digitalen Yen in der japanischen Wirtschaft. Der Schritt hat vor allem mit einem akuten Personalmangel zu tun.

Schnellere Auszahlungen sollen Fahrer anziehen

AZ-COM Maruwa Holdings will rund 2.300 Geschäftspartner und selbstständige Auftragnehmer über JPYC bezahlen, einen Stablecoin mit festem Kurs zur japanischen Yen. Dazu zählen auch externe Lkw-Fahrer. Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei berichtete darüber.

Das Unternehmen steht unter Druck: Die Belegschaft altert, zugleich gelten strengere Regeln für Überstunden von Fahrern. Mit schnelleren und häufigeren Auszahlungen ohne Transaktionsgebühren will AZ-COM Maruwa neue Partner gewinnen.

AZ-COM Maruwa ist ein mittelgroßer Anbieter, zählt aber Amazon Japan zu seinen wichtigsten Kunden. Zudem prüft das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit dem Emittenten JPYC Inc. und eine Investition von mehr als 1 Milliarde Yen, umgerechnet etwa 6,2 Millionen Dollar beziehungsweise rund 5,7 Millionen Euro.

JPYC ist der erste offiziell in Japan registrierte Stablecoin mit Bindung an den Yen. Der Coin startete im vergangenen Oktober und ist durch Bankeinlagen sowie japanische Staatsanleihen gedeckt. Er läuft auf mehreren öffentlichen Blockchains: Ethereum (ETH), Avalanche (AVAX) und Polygon (POL).

JPYC will innerhalb von drei Jahren ein ausstehendes Volumen von 10 Billionen Yen erreichen, umgerechnet rund 63 Milliarden Euro. Derzeit liegt der Wert noch bei etwas mehr als 2 Milliarden Yen, also etwa 11 Millionen Euro.

AZ-COM Maruwa ist nicht das erste große Unternehmen, das den Stablecoin nutzt. Die Convenience-Store-Kette Lawson, die Nummer drei des Landes, testet seit Kurzem Zahlungen mit JPYC an der Kasse. Zudem investierte Metaplanet Ventures, der Investmentarm eines der weltweit größten börsennotierten Bitcoin-Investoren (BTC), im März 400 Millionen Yen in den Emittenten.

Stablecoin-Adoption gewinnt deutlich an Tempo

AZ-COM Maruwa ist nicht das einzige große Unternehmen, das auf Stablecoins setzt. Besonders häufig geht es darum, Mitarbeiter und Auftragnehmer schneller zu bezahlen – genau das ist nun auch das Ziel der Japaner.

Die HR-Plattform Deel, nach Volumen gemessen die größte der Welt, führte Anfang des Jahres Gehaltszahlungen in Stablecoins ein. Auch Remote bezahlt Auftragnehmer in USDC, einem an den Dollar gekoppelten Stablecoin des Emittenten Circle. Als Argumente gelten jeweils Geschwindigkeit und niedrige Kosten.

Einige Unternehmen gehen noch weiter und bringen einen eigenen Coin auf den Markt. Der Zahlungsriese PayPal tat das bereits 2023 mit PYUSD und wickelte Anfang dieses Jahres grenzüberschreitende Stablecoin-Transaktionen im Wert von mehr als 8 Milliarden Dollar ab. In diesem Jahr folgten die Zahlungsunternehmen Klarna und Western Union mit eigenen Dollar-Coins.

Auch in Japan selbst formiert sich Konkurrenz. Die SBI Group brachte im Juni JPYSC heraus, den ersten Yen-Stablecoin mit einer Treuhandbank im Hintergrund. Und die drei größten Banken des Landes – MUFG, SMBC und Mizuho – arbeiten daran, noch in diesem Jahr einen gemeinsamen Coin zu starten.

Für AZ-COM Maruwa ist das erst der Anfang. Man werde die Verknüpfung von Logistik und geschäftlichen Zahlungsströmen über JPYC weiter vorantreiben, sagte Noritaka Okabe, Gründer und Chef von JPYC Inc.

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