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Die Aktienmärkte notieren nahe ihren Rekordständen. Doch unter der Oberfläche häufen sich die Warnsignale.
FT-Kolumnistin Gillian Tett verweist vor allem auf die steigenden Prämien für Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) bei Unternehmen, die eng mit KI-Investitionen verbunden sind. CDS sichern gegen Zahlungsausfälle ab. Je teurer diese Absicherung wird, desto größer sind die Zweifel der Anleger an der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens.
Ein ähnliches Muster zeigte sich bereits vor der Finanzkrise 2008. Derzeit steigen die CDS-Prämien unter anderem bei Oracle, Meta, Microsoft, Google und SpaceX. Für Tett ergeben sich daraus fünf zentrale Fragen.
Analysten erwarten, dass der operative Cashflow großer Technologieunternehmen bis 2028 auf rund 2,4 Billionen Dollar steigen könnte.
Wenn andere Branchen jedoch deutlich langsamer wachsen, stellt sich die Frage: Wer soll all diese KI-Dienste letztlich kaufen? Wird die Nachfrage überschätzt, könnten die aktuellen Erwartungen zu optimistisch sein.
Große Technologieunternehmen finanzierten ihre Investitionen zunächst überwiegend aus dem eigenen Cashflow. Inzwischen greifen sie zunehmend auf Fremdkapital zurück.
Marktteilnehmern zufolge kommt derzeit ein historisch hohes Volumen neuer Unternehmensschulden auf den Markt.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist inzwischen auf über fünf Prozent gestiegen. Gleichzeitig kaufen ausländische Investoren im Verhältnis weniger US-Staatsanleihen.
Dadurch gewinnen Hedgefonds bei der Preisbildung an Einfluss. Das kann die Kursschwankungen verstärken.
Der Krieg um Iran hat die Ölpreise deutlich steigen lassen. Verteuert sich Energie erneut, könnte das die Inflation anheizen und die Anleiherenditen weiter erhöhen.
Ein großer Teil des jüngsten Wirtschaftswachstums in den USA geht auf Technologieinvestitionen und den Handel im KI-Bereich zurück. Auch das Wachstum des Welthandels wurde zu einem erheblichen Teil davon getragen.
Lassen die Investitionen nach, könnte das unmittelbare Folgen für das Wirtschaftswachstum haben. Tett sagt keinen unmittelbar bevorstehenden Börsencrash voraus. Sie weist vielmehr darauf hin, dass der Kreditmarkt zunehmend Signale sendet, die nicht zur Ruhe und Euphorie an den Aktienmärkten passen. Gerade diese Diskrepanz verdient Aufmerksamkeit.
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