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Das XRP Ledger (XRPL) hat eine neue Funktion erhalten, die Finanzinstituten mehr Kontrolle über ihre Aktivitäten im Netzwerk gibt. Banken und Stablecoin-Emittenten können bestimmte Aufgaben künftig an separate Konten delegieren, ohne ihre zentralen Zugriffsschlüssel weiterzugeben. Das Upgrade soll Unternehmen die sichere Verwaltung großer Geldbeträge und Token-Bestände über das Netzwerk erleichtern.
Das XRP Ledger ist ein Blockchain-Netzwerk mit XRP als eigener Kryptowährung. Es wird unter anderem für Zahlungen, Stablecoins und die Ausgabe tokenisierter Finanzprodukte genutzt.
Die neue Funktion heißt PermissionDelegationV1_1 und wurde gestern aktiviert. Damit können Kontoinhaber einem anderen Konto die Berechtigung erteilen, bestimmte Aktionen auszuführen.
Die zentralen Zugriffsschlüssel des Hauptkontos müssen dafür nicht weitergegeben werden. Unternehmen können diese Schlüssel somit offline aufbewahren, während andere Konten weiterhin das Tagesgeschäft abwickeln.
Ein Stablecoin-Emittent kann beispielsweise ein separates Konto dazu berechtigen, neue Kunden freizuschalten. Dieses Konto erhält nur die dafür erforderlichen Rechte und kann nicht ohne Weiteres andere Aktionen ausführen.
Der Kontoinhaber kann diese Rechte später ändern oder wieder entziehen. Ein Konto kann bis zu zehn unterschiedliche Berechtigungen erhalten.
Die Funktion entspricht den etablierten Abläufen in Banken. Dort werden Zahlungen und Compliance-Aufgaben häufig von unterschiedlichen Mitarbeitern oder Abteilungen bearbeitet. Mit der neuen Funktion lassen sich diese Aufgaben auch auf dem XRP Ledger getrennt verwalten.
Laut einem Bericht von Evernorth wird das XRP Ledger bereits in großem Umfang für Finanzprodukte genutzt. Im zweiten Quartal waren auf dem Netzwerk durchschnittlich tokenisierte Vermögenswerte im Wert von 3,72 Milliarden Dollar erfasst.
Hinzu kamen durchschnittlich 539 Millionen Dollar an umlaufenden RLUSD, dem Stablecoin von Ripple. Zusammen entsprach das einem Volumen von rund 4,26 Milliarden Dollar.
Ein Bestandteil der neuen Funktion sollte vorerst nicht genutzt werden: PaymentBurn. An einer Fehlerbehebung wird noch gearbeitet.
PaymentBurn soll es ermöglichen, einem anderen Konto die Berechtigung zur Vernichtung von Token zu erteilen. Aufgrund eines Fehlers lässt sich diese Berechtigung unter bestimmten Umständen jedoch dazu nutzen, neue Token zu erzeugen.
Der Fehler betrifft ausschließlich Token, die auf dem XRP Ledger ausgegeben werden. Neue XRP lassen sich dadurch nicht erzeugen. Die Fehlerbehebung ist in Arbeit, aber noch nicht aktiviert.
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