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Drei der größten Unternehmen der Vereinigten Staaten schlagen nahezu zeitgleich ein neues Kapitel auf. Apple, Berkshire Hathaway und Walmart haben jeweils einen neuen Vorstandschef. Für Anleger bedeutet das einen bemerkenswerten Machtwechsel bei Konzernen, die zusammen fast 6,8 Billionen Dollar wert sind.
Die Aufgabe ist anspruchsvoll. Die neuen Chefs treten die Nachfolge von Tim Cook, Warren Buffett und Doug McMillon an, die ihre Unternehmen über Jahre geprägt haben. Nun muss eine neue Generation beweisen, dass sich der Erfolg fortsetzen lässt.
Bei Apple hat John Ternus die Führung übernommen. Der 51-jährige Manager arbeitet bereits seit 2001 für den Technologiekonzern und erlebte damit auch die Ära unter Gründer Steve Jobs.
Ternus machte sich vor allem auf der Hardwareseite von Apple einen Namen. Zudem spielte er eine wichtige Rolle beim Wechsel von Intel-Prozessoren zu Apples eigenen Chips. Das war eine der bedeutendsten technischen Weichenstellungen des Unternehmens in den vergangenen Jahren.
Sein Profil könnte nun entscheidend werden. Während Cook vor allem für operative Stärke und den Ausbau Apples zu einem extrem profitablen Konzern stand, gilt Ternus eher als Produktmanager.
Der Zeitpunkt ist heikel. Apple muss eine Antwort auf die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz finden und zugleich Verbraucher weiter davon überzeugen, neue Geräte zu kaufen. Seit der Einführung des iPhone im Jahr 2007 wurden mehr als drei Milliarden Geräte verkauft.
Kurz nach seinem Amtsantritt stellte Ternus bereits neue Produkte vor. Dazu zählt der Quelle zufolge Apples erstes faltbares Smartphone, das iPhone Duo, mit einem Preis von 2.000 Dollar.
Evercore-ISI-Analyst Amit Daryanani sieht vorerst Grund für Zuversicht. Seine Untersuchungen zur Kaufbereitschaft der Verbraucher deuteten darauf hin, dass die neue iPhone-Generation besser abschneiden könnte als bislang erwartet. Er erhöhte sein Kursziel für die Apple-Aktie von 365 auf 380 Dollar.
Dem stehen allerdings bereits sehr hohe Erwartungen gegenüber. Apple wird der Quelle zufolge mit rund dem 38-Fachen des Gewinns der vergangenen zwölf Monate bewertet. Ternus muss daher nicht nur Wachstum liefern. Er muss auch eine Börsenbewertung rechtfertigen, in der Anleger schon viel künftigen Erfolg eingepreist haben.
Auch bei Berkshire Hathaway hat eine neue Ära begonnen. Greg Abel hat das Tagesgeschäft von Warren Buffett übernommen, der über Jahrzehnte nahezu als Synonym für die Investmentgesellschaft galt.
Der 64-jährige Abel ist vor allem als operativer Manager bekannt. Genau darin liegt ein wesentlicher Unterschied zu Buffett, der durch seine Anlageentscheidungen und den Kauf von Unternehmen und Aktien zu attraktiven Bewertungen weltberühmt wurde.
Berkshire verfügt inzwischen über rund 360 Milliarden Dollar an Barmitteln. Was Abel mit diesem enormen Kapitalpolster macht, dürfte zu den wichtigsten Fragen seiner ersten Jahre an der Spitze werden.
Die ersten Schritte sind bereits erfolgt. Berkshire kaufte im zweiten Quartal eigene Aktien im Wert von knapp 8 Milliarden Dollar zurück. Zudem übernahm der Konzern den Hausbauer Taylor Morrison Home für 8,5 Milliarden Dollar in bar, einschließlich übernommener Schulden.
Die Börse hat Abel bislang noch nicht belohnt. Seit seinem Amtsantritt legte Berkshire der Quelle zufolge um 1,2 Prozent zu, während der S&P 500 um 12,6 Prozent stieg. Dieser kurze Zeitraum hat allerdings nur begrenzte Aussagekraft, zumal der US-Aktienmarkt stark vom Enthusiasmus rund um künstliche Intelligenz getragen wird. Berkshire ist in diesem Bereich traditionell weniger stark engagiert.
UBS-Analyst Brian Meredith erhöhte sein Kursziel für die Berkshire-Hathaway-B-Aktie kürzlich von 585 auf 604 Dollar. Positiv stimmt ihn vor allem die Entwicklung im Eisenbahngeschäft und bei den Industrieunternehmen.
Im Zentrum steht jedoch weiterhin die enorme Kassenposition. Solange ein großer Teil davon nicht investiert wird, erzielt Berkshire Meredith zufolge weniger Rendite, als möglich wäre. Wie Abel dieses Kapital letztlich einsetzt, könnte daher entscheidend für die Rendite der Aktionäre werden.
Bei Walmart stellt sich die Aufgabe anders dar. John Furner hat die Führung von Doug McMillon übernommen und kennt den Handelskonzern nahezu bis ins Detail.
Furner begann 1993 als Mitarbeiter im Gartencenter einer Walmart-Filiale in Arkansas. Danach arbeitete er sich durch verschiedene Bereiche des Konzerns nach oben. Er war unter anderem in China tätig, leitete Sam’s Club und verantwortete später das Walmart-Geschäft in den Vereinigten Staaten.
Seine ersten Monate als Vorstandschef verliefen an der Börse schwierig. Die Walmart-Aktie fiel der Quelle zufolge seit seinem Amtsantritt um sieben Prozent, während der S&P 500 im selben Zeitraum um elf Prozent zulegte.
Ein Teil des Drucks geht auf Faktoren zurück, auf die Furner nur begrenzt Einfluss hat. Die Inflation bleibt für Walmart ein zentrales Thema, weil höhere Preise die Kaufkraft amerikanischer Haushalte unmittelbar belasten.
Operativ sieht BMO-Securities-Analystin Kelly Bania zugleich positive Signale. Walmart dürfte Marktanteile gewinnen, vor allem bei Haushalten mit höheren Einkommen. Auch die Absatzmengen bei Lebensmitteln wachsen ihr zufolge deutlich schneller als bei Wettbewerbern.
Bania setzt ein Kursziel von 126 Dollar an, verglichen mit einem Aktienkurs von rund 110 Dollar in der Quelle. Zudem erwartet sie, dass sich die Profitabilität verbessern kann, wenn der Druck aus dem Onlinegeschäft nachlässt.
Damit stehen die drei neuen Konzernchefs vor völlig unterschiedlichen Aufgaben. Ternus muss Apple technologisch erneuern, während die Erwartungen extrem hoch sind. Abel muss entscheiden, was Berkshire mit Hunderten Milliarden Dollar anfängt. Furner muss Walmart weiter wachsen lassen, während amerikanische Verbraucher mit höheren Preisen konfrontiert sind.
Für Anleger geht es bei diesem Machtwechsel damit um mehr als drei neue Namen in den Vorstandsetagen. Cook, Buffett und McMillon trugen gemeinsam dazu bei, Unternehmen im Wert von Billionen Dollar aufzubauen. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, wie viel dieses Erfolgs den Konzernen selbst zuzuschreiben war und wie viel den Führungspersönlichkeiten, die nun Platz gemacht haben.
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