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Die Unruhe an den Finanzmärkten nimmt weiter zu. US-Technologieaktien verzeichnen am Donnerstag erneut deutliche Verluste. Auch die asiatischen Börsen stehen stark unter Druck. Die enormen Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) und enttäuschende Inflationsdaten aus den USA bereiten Anlegern zunehmend Sorgen. Zugleich suchen sie Sicherheit in Gold, dessen Preis kräftig steigt.

Technologieaktien belasten die Wall Street

An der Wall Street steht vor allem der Technologiesektor unter Druck. Der technologielastige Nasdaq Composite verliert am Donnerstag rund 0,8 Prozent. Der Nasdaq-100, der hundert große Unternehmen außerhalb des Finanzsektors umfasst, gibt um 1,15 Prozent nach. Der breiter gefasste S&P 500 verliert 0,24 Prozent und notiert bei rund 7.700 Punkten. Der Dow Jones hält sich deutlich besser und liegt nach zuvor veröffentlichten Marktdaten etwa ein halbes Prozent im Plus.

Chart des S&P 500 vom 15. Oktober 2026. Der US-Aktienindex gibt im Handelsverlauf deutlich nach, fällt auf ein Tief von 7.669,66 Punkten und erholt sich anschließend teilweise auf rund 7.704 Punkte.

Die Verluste folgen auf einen schwachen Handelstag am Mittwoch. Besonders stark trifft es Unternehmen, die maßgeblich an der Entwicklung von KI beteiligt sind. Anleger zweifeln zunehmend daran, ob die Milliardeninvestitionen in Rechenzentren, Chips und andere KI-Technologien am Ende ausreichend Gewinne abwerfen werden.

Besonders betroffen ist CoreWeave, ein Anbieter von Rechenleistung für KI-Anwendungen. Die Aktie hatte bereits am Mittwoch rund 15 Prozent verloren und gibt am Donnerstag erneut um etwa sieben Prozent nach. Auch Chiphersteller verzeichnen deutliche Verluste. AMD fällt um rund fünf Prozent, der Speicherchiphersteller Micron um etwa vier Prozent.

Die Verkaufswelle beschränkt sich nicht auf die USA. In Südkorea verliert der Kospi fast acht Prozent, während der japanische Nikkei rund fünf Prozent nachgibt. Auch große asiatische Chipkonzerne sind betroffen. Samsung verliert fast zehn Prozent, SK Hynix rund elf Prozent.

US-Inflation schürt Sorgen vor anhaltend hohen Zinsen

Neben den Zweifeln an den KI-Investitionen sorgt die US-Inflation für Unruhe. Neue Daten zeigen, dass die Erzeugerpreise im September gegenüber August um 1,3 Prozent gestiegen sind. Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg von 0,6 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich beträgt das Plus sogar 6,3 Prozent statt der erwarteten 5,5 Prozent.

Für Anleger, die auf sinkende Zinsen hoffen, sind das schlechte Nachrichten. Die Erzeugerpreise erfassen die Preise für Waren und Dienstleistungen, bevor diese die Verbraucher erreichen. Steigen die Kosten stark, können Unternehmen sie über höhere Verkaufspreise weitergeben. Damit wächst das Risiko, dass die Inflation länger auf hohem Niveau bleibt.

Zuvor waren bereits die US-Verbraucherpreise höher ausgefallen als erwartet. Beide Datensätze verstärken die Unsicherheit über den Zinskurs der ⁠Federal Reserve (Fed). Anleger befürchten, dass die Notenbank die Zinsen länger hoch halten muss, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen.

Am Markt wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen bei ihrer Sitzung am 28. Oktober unverändert lässt, inzwischen auf rund 75 Prozent beziffert. Höhere Zinsen verteuern Kredite und können das Wirtschaftswachstum bremsen. Technologieunternehmen reagieren darauf besonders empfindlich, da ihre Bewertungen häufig stark von den erwarteten künftigen Gewinnen abhängen.

Gold profitiert von wachsender Risikoaversion

Während Aktien weltweit nachgeben, profitiert Gold von der Unsicherheit. Der Goldpreis liegt am Donnerstag inzwischen rund 1,2 Prozent im Plus. Im frühen Handel hatte der Anstieg zeitweise 1,7 Prozent betragen, wobei der Preis 4.177 Dollar je Feinunze erreichte. Das Edelmetall gilt traditionell als sicherer Hafen, wenn sich Anleger um die Wirtschaft oder die Finanzmärkte sorgen.

Goldpreischart vom 15. Oktober 2026. Der Goldpreis schwankt im Laufe des Nachmittags zwischen rund 4.140 und 4.167 US-Dollar je Feinunze. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang erholt er sich auf etwa 4.158 US-Dollar, während Anleger weltweit versuchen, ihre Risiken zu begrenzen.
Der Goldpreis steigt angesichts der Unsicherheit an den Finanzmärkten. (Quelle: TradingView)

Auch am Anleihemarkt zeigt sich die Nervosität. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sinkt in Richtung 5,06 Prozent. Gleichzeitig gibt der US-Dollar nach. Auch der Ölpreis fällt: Brentöl verliert rund zwei Prozent und kostet etwa 105 Dollar je Barrel.

Diese Entwicklungen sind auch für den Kryptomarkt relevant. Der ⁠Bitcoin-Kurs reagiert regelmäßig auf veränderte Zinserwartungen und die Risikobereitschaft der Anleger. Sinkt diese, können auch digitale Coins unter Druck geraten. Die nächsten Inflationsdaten und der Zinsentscheid der Fed bleiben daher wichtige Termine für Aktienanleger und Kryptohändler.

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