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Der Bitcoin-Kurs (BTC) erlebt derzeit einen historischen Aufschwung. Die Marke von 72.000 Dollar wurde gerade erreicht, während Bitcoin gestern noch bei rund 64.000 Dollar notierte. Einen solchen Kursanstieg hat es im gesamten Bärenmarkt bislang nicht gegeben. Entsprechend stellt sich die Frage, ob hier bereits eine neue Trendphase beginnt.
Bitcoin lässt sich derzeit von kaum etwas bremsen. Ein unerwarteter Eingriff am US-Anleihemarkt, Donald Trump, der bei einem Kryptogipfel im Weißen Haus staatliche Bitcoin-Käufe ins Spiel brachte, und vor allem zahlreiche Zwangseindeckungen von Tradern, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, haben den Markt deutlich angetrieben.
Innerhalb eines Tages ist Bitcoin um rund 12 Prozent gestiegen. Damit erreichte der Kurs den höchsten Stand seit dem 1. Juni.
Hinter dieser Bewegung steckt so viel Dynamik, dass Bitcoin mehrere wichtige technische Marken durchbrochen hat. Der Ausbruch begann, als der Kurs nach der Ankündigung des US-Finanzministeriums mit ausreichendem Volumen aus dem symmetrischen Dreieck ausbrach.
Anschließend durchbrach der Kurs den Widerstand bei 67.000 Dollar und lief zugleich über die abwärtsgerichtete Trendlinie, an der Bitcoin im Mai noch deutlich gescheitert war. Positiv ist zudem, dass der Kurs nun über dem 200-Tage-Durchschnitt liegt, der blauen Linie in der Grafik unten.

Warum ist das so wichtig? In allen früheren Bärenmärkten markierte ein solcher Schritt das Ende des Abwärtstrends.
Dafür muss sich der Kurs nun allerdings über dieser Zone halten. Derzeit liegt die Linie bei 69.000 Dollar und sinkt täglich leicht. Damit wäre ein Rückgang von etwas mehr als 4 Prozent möglich.
Rund um 73.000 Dollar liegt eine größere Verkaufszone. Das wäre ein naheliegender Bereich, in dem die derzeit starke Bewegung zunächst gebremst werden könnte.
Im Wochenchart ist zu sehen, dass der Kurs nun über die Trendlinie ausgebrochen ist, die am Hoch im Oktober beginnt. Das lässt sich als Beginn eines neuen Trends interpretieren. Eine endgültige Entwarnung ist das aber nicht.
Im Oktober 2022 brach Bitcoin aus einem ähnlichen Muster aus, fiel einen Monat später jedoch wieder zurück. Der Einbruch der Kryptobörse FTX löste damals einen Rückgang von fast 22 Prozent aus und führte zu diesem sogenannten Retest. Danach folgte eine zweimonatige Konsolidierungsphase, bevor ein neuer Bullenmarkt begann.

Das bedeutet natürlich nicht, dass sich dieses Szenario nun wiederholt. Es zeigt aber, dass verfrühter Optimismus riskant wäre. Gemessen am Vierjahreszyklus, dem Bitcoin offenbar weiterhin folgt, müsste der Tiefpunkt irgendwo im Oktober liegen.
Bei einer Wiederholung von 2022 könnte Bitcoin im schlimmsten Fall noch unter sein früheres Tief von 57.800 Dollar fallen. Bleibt das aus, würde der Coin sein historisches Muster durchbrechen.

Zugleich sollte nicht übersehen werden, dass Iran und die USA weiterhin in einen Krieg verstrickt sind und derzeit nicht über ein Abkommen verhandelt wird. Die Straße von Hormus bleibt ein heikler Faktor, die Ölpreise liegen sehr hoch, und Zinserhöhungen sind nach wie vor nicht vom Tisch.
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