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Iran ist bereit, den Krieg mit den Vereinigten Staaten weiter eskalieren zu lassen, falls Washington die Angriffe auf iranisches Gebiet und wichtige Infrastruktur fortsetzt. Das sagte ein hochrangiger iranischer Funktionär gegenüber Bloomberg.
Teheran hat dem Funktionär zufolge nicht vor, der US-Seeblockade und den Angriffen auf iranische Öltanker nachzugeben. Das widerspricht der Erwartung von Donald Trump, der davon ausgeht, dass Iran den Krieg nicht mehr lange durchhalten kann. Seiner Einschätzung nach könnte der Krieg kurz nach den US-Zwischenwahlen im November enden.
Der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Iran dauert inzwischen fast sieben Monate, von einer Deeskalation ist vorerst wenig zu erkennen.
Dem iranischen Funktionär zufolge hat das Land seine militärischen Kapazitäten seit den schwersten Gefechten im April wieder aufgebaut. Zudem verfüge Iran über ausreichend Raketen, um einen langen Krieg durchzuhalten.
Der wirtschaftliche Schaden nimmt unterdessen deutlich zu. Wegen der US-Blockade kann Iran kaum noch Öl exportieren, zugleich sind viele wichtige Importgüter schwerer erhältlich. Die Inflation ist laut Bloomberg auf fast 90 Prozent gestiegen, der iranische Rial verliert rasch an Wert.
Dennoch hat Teheran dem Funktionär zufolge nicht vor, sich zurückzuziehen. Die iranische Führung sehe den Krieg als Bedrohung für den Fortbestand ihres Regimes und des Landes und daher kaum eine andere Möglichkeit, als weiterzukämpfen.
Auch der militärische Ton wird schärfer. Der neue iranische Sicherheitschef Mohsen Rezaee sagte in dieser Woche, die Haltung gegenüber US-Schiffen und Militärbasen sei „grundlegend angepasst“ worden.
Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf ging noch weiter. Ihm zufolge ist die Zeit vorbei, in der Iran Angriffe mit einem vergleichbaren Gegenschlag beantwortet. Damit deutet Teheran an, dass künftige Vergeltungsaktionen deutlich härter ausfallen könnten.
Die Warnung folgt auf eine neue Serie gegenseitiger Angriffe. Die Vereinigten Staaten meldeten, dass ein US-Kriegsschiff in der Nacht einem iranischen Angriff ausweichen musste.
Das US-Militär zerstörte anschließend fünf iranische Öltanker. Iran reagierte mit dem Abschuss von rund 20 Raketen auf einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien, der von US-Truppen genutzt wird.
Die Eskalation trifft inzwischen direkt den Energiemarkt. Der Brent-Ölpreis stieg am Mittwoch auf über 100 Dollar je Barrel und liegt in diesem Jahr rund 65 Prozent höher. Auch der US-Dieselpreis erreichte in der vergangenen Woche einen Rekordstand.
Für Trump kommt das zu einem heiklen Zeitpunkt. Am 3. November stehen in den USA die Zwischenwahlen an, und höhere Energiepreise erhöhen den Druck auf amerikanische Haushalte.
Trump geht dennoch davon aus, dass der Krieg bald vorbei ist.
„Ich denke, der Krieg wird unmittelbar nach den Wahlen enden, weil sie das nicht mehr viel länger durchhalten“, sagte er am Mittwoch.
Innerhalb seiner eigenen Regierung soll es daran größere Zweifel geben. Dem Wall Street Journal zufolge rechnen hochrangige US-Vertreter, darunter Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio, mit der Möglichkeit, dass Iran nicht nachgibt und der Krieg sogar bis zum Ende von Trumps Amtszeit im Januar 2029 andauern könnte.
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