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Die Vereinigten Staaten haben erneut iranische Öltanker angegriffen. Das US-Militär teilte mit, fünf Schiffe zerstört zu haben, nachdem Iran versucht hatte, ein amerikanisches Kriegsschiff anzugreifen. Die neue Eskalation rund um die Straße von Hormus sorgt unmittelbar für Unruhe am Ölmarkt. Der Brent-Ölpreis stieg am Mittwoch auf mehr als 100 Dollar je Barrel.
Nach Angaben des US-Zentralkommandos CENTCOM konnte das Kriegsschiff den iranischen Angriffen ausweichen. US-Soldaten wurden dabei nicht verletzt. Seit Samstag haben die Vereinigten Staaten bereits mindestens acht iranische Öltanker außer Gefecht gesetzt.
Vier der fünf Schiffe wurden im Golf von Oman angegriffen. Der fünfte Tanker befand sich in der Nähe von Kharg Island im Persischen Golf. Die Insel ist für Iran von großer Bedeutung, weil dort das wichtigste Terminal für den Export iranischen Öls liegt.
Nach CENTCOM-Angaben wurden die Besatzungen zunächst aufgefordert, die Schiffe zu verlassen. Anschließend seien die Tanker angegriffen und unbrauchbar gemacht worden. Das US-Militär machte keine Angaben dazu, ob sie zu diesem Zeitpunkt Öl geladen hatten.
Die unmittelbaren Folgen für die iranischen Ölexporte scheinen vorerst begrenzt. Nur eines der fünf Schiffe war ein sehr großer Öltanker mit einer Kapazität von rund zwei Millionen Barrel. Zwei weitere Tanker konnten jeweils etwa 750.000 Barrel transportieren. Bei den übrigen beiden handelte es sich um kleinere Schiffe für den Transport raffinierter Ölprodukte und Gas.
US-Außenminister Marco Rubio machte unterdessen deutlich, dass Washington weitere iranische Angriffe erneut beantworten werde.
„Wer versucht, amerikanische Marineschiffe zu treffen, wird selbst getroffen“, sagte Rubio. „Jeder dieser Versuche wird Iran weitere Tanker kosten.“
Iran lässt die amerikanischen Angriffe unterdessen nicht unbeantwortet. Iranische Medien berichten, Teheran habe zwei weitere amerikanische Kriegsschiffe und acht Öltanker im Persischen Golf angegriffen. Diese Angriffe sind bislang nicht unabhängig bestätigt; Berichte über Schäden gibt es nicht.
Auch Jordanien wurde getroffen. Die iranischen Revolutionsgarden feuerten ballistische Raketen auf den Luftwaffenstützpunkt Al-Azraq ab. Nach Angaben der jordanischen Regierung wurden 18 Raketen abgefangen. Zwei weitere Geschosse schlugen in unbewohnten Gebieten ein.
Die neuen Angriffe zeigen, wie angespannt die Lage im Nahen Osten bleibt. Die Vereinigten Staaten versuchen zugleich, den wirtschaftlichen Druck auf Iran weiter zu erhöhen, ohne dass der Konflikt erneut in großflächige Kampfhandlungen mündet.
Washington hält dafür eine Seeblockade aufrecht, die die iranischen Ölexporte und die Einfuhr wichtiger Güter behindert. Die Folgen für die iranische Wirtschaft sind inzwischen erheblich. Die Inflation ist auf fast 90 Prozent gestiegen, während der iranische Rial in den vergangenen zwei Monaten gegenüber dem Dollar rund 20 Prozent an Wert verloren hat.
Die zunehmenden Spannungen machen sich unmittelbar am Ölmarkt bemerkbar. Der Brent-Ölpreis stieg am Mittwoch um rund 2,5 Prozent und kletterte damit über die Marke von 100 Dollar je Barrel. Seit Jahresbeginn hat sich Öl inzwischen um etwa 65 Prozent verteuert.
Unterdessen verhandelt Iran mit Oman über Vereinbarungen für den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. Eine mögliche Einigung könnte Iran mehr Kontrolle darüber geben, welche Schiffe in den Persischen Golf einfahren dürfen. Denkbar wäre auch, dass Teheran dafür Gebühren erhebt.
Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten dürften sich gegen Vereinbarungen stellen, die die freie Durchfahrt durch die Meerenge einschränken. Sie betrachten die Straße von Hormus als internationale Schifffahrtsroute und wollen sicherstellen, dass Schiffe sie weiterhin frei passieren können.
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