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Tansania steht kurz davor, neue Regeln für digitale Vermögenswerte und Stablecoins einzuführen. Die Zentralbank will Anleger besser schützen, Finanzkriminalität eindämmen und zugleich Raum für Innovationen in der stark wachsenden Kryptobranche lassen.
Nach Angaben von Gouverneur Emmanuel Tutuba befindet sich der Regulierungsrahmen in der Endphase. Die Bank of Tanzania hat ihre Prüfung digitaler Vermögenswerte abgeschlossen und wartet nur noch auf die endgültige Zustimmung der Regierung, bevor die neue Aufsicht offiziell in Kraft tritt.
Das Interesse an digitalen Vermögenswerten nimmt in Tansania seit Jahren zu, vor allem unter jüngeren Anlegern. Tutuba zufolge hat diese Entwicklung jedoch auch zu mehr Beschwerden von Menschen geführt, die mit Investitionen in diesem Markt Geld verloren haben.
Mit den neuen Regeln will die Zentralbank Verbraucher besser schützen, ohne Innovationen auszubremsen. Unternehmen aus der Branche müssen sich künftig an klare Vorgaben halten. Das erleichtert die Aufsicht und kann für mehr Transparenz am Markt sorgen.
Zudem sollen die Regeln helfen, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Betrug zu bekämpfen. Damit reiht sich Tansania in die Gruppe jener Länder ein, die bei digitalen Vermögenswerten und Stablecoins auf Regulierung statt auf Verbote setzen.
Der neue Ansatz markiert einen klaren politischen Kurswechsel. 2019 hatte die Bank of Tanzania die Bevölkerung noch vor der Nutzung digitaler Währungen gewarnt. Damals wurden diese nicht als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt und galten als unvereinbar mit den bestehenden Devisenvorschriften.
Nun setzt die Aufsicht ausdrücklich auf Regulierung. Indem Anbieter digitaler Vermögenswerte unter offizielle Kontrolle gestellt werden, will die Zentralbank die Integrität des Finanzsystems schützen und zugleich auf das weltweite Wachstum digitaler Finanzdienste reagieren.
Der Kurswechsel zeichnete sich bereits Anfang des Jahres ab. Im Mai erhielt das Fintech-Unternehmen NEDA Labs die Erlaubnis, den Stablecoin nTZS in der Fintech-Sandbox der Bank of Tanzania zu testen. Eine solche Sandbox ist ein kontrolliertes Testumfeld, in dem neue Finanzprodukte unter Aufsicht entwickelt werden können, bevor sie breiter eingeführt werden.
nTZS ist vollständig durch Reserven in tansanischen Schilling im Verhältnis 1:1 gedeckt und läuft auf der Base-Blockchain. Der Stablecoin ist vorerst nur für zugelassene Teilnehmer der Sandbox verfügbar. Die zugrunde liegenden Reserven werden zudem in Schatzwechsel der Bank of Tanzania investiert, wodurch zusätzliche Erträge erzielt werden.
Mit der Einführung der Sandbox und den bevorstehenden Regeln macht Tansania deutlich, dass es auf Aufsicht statt auf Beschränkungen setzt. Damit folgt das Land einem breiteren internationalen Trend: Immer mehr Staaten schaffen einen Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte, damit Innovationen möglich bleiben und Anleger zugleich besser geschützt werden.
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