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Die Renditen langlaufender Staatsanleihen steigen weltweit deutlich. In den USA kletterte die Rendite 30-jähriger Anleihen in dieser Woche auf mehr als 5,3 Prozent – den höchsten Stand seit 2007. Anfang des vergangenen Monats hatte sie noch unter 5 Prozent gelegen.

Auch in Europa und Japan ziehen die Renditen kräftig an. Die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen stieg auf 3,78 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit der Eurokrise 2011. Die französische 30-Jahres-Rendite kletterte auf 4,91 Prozent, den höchsten Wert seit 2008. In Großbritannien erreichte die Rendite langlaufender Staatsanleihen 5,86 Prozent und liegt damit nahe dem höchsten Niveau seit 1998.

In Japan stieg die 30-Jahres-Rendite auf 4,16 Prozent und bewegt sich damit in der Nähe ihres historischen Höchststands.

Die Renditen 30-jähriger Staatsanleihen steigen weltweit. Quelle: FT

Öl, Schulden und KI treiben die Renditen

Die Verkaufswelle am Anleihemarkt hat mehrere Ursachen. Zunächst bleibt der Ölpreis wegen des Krieges zwischen den USA und Iran hoch. Brent-Öl notiert erneut bei rund 91 Dollar je Barrel. Das schürt die Sorge vor hartnäckiger Inflation.

Bleiben die Energiepreise hoch, haben Zentralbanken weniger Spielraum für Zinssenkungen. Hinzu kommt die wachsende Schuldenlast der Staaten.

Die US-Staatsverschuldung nähert sich 40 Billionen Dollar, und Anleger zweifeln zunehmend an der Tragfähigkeit der Haushaltsdefizite. Müssen Staaten mehr Kredite aufnehmen, müssen sie Investoren häufig höhere Renditen bieten, um Kapital anzuziehen.

KI erhöht den Kapitalbedarf

Ein dritter Faktor ist der enorme Finanzierungsbedarf der großen Technologiekonzerne. Big Tech beschafft sich immer häufiger Geld über die Anleihemärkte, um Investitionen in KI zu finanzieren. Dazu zählen Rechenzentren, Chips, Strominfrastruktur und Cloud-Kapazitäten.

Nach Einschätzung von Barclays könnte die Emission von Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating 2026 auf den Rekordwert von 1,9 Billionen Dollar steigen, nach 1,44 Billionen Dollar im vergangenen Jahr. Diese zusätzliche Kapitalnachfrage kommt zum Finanzierungsbedarf der Staaten hinzu.

Anleger müssen damit mehr Anleihen aufnehmen, sowohl von Staaten als auch von Unternehmen. Dafür verlangen sie eine höhere Vergütung, vor allem bei langlaufenden Papieren. Für Staaten kann das auf Dauer erheblich problematisch werden.

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