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SoftBank will sein US-Rechenzentrumsgeschäft SB Energy mit einer Bewertung von rund 50 Milliarden Dollar an die Börse bringen. Das ist ambitioniert – zumal das Unternehmen bislang noch kein einziges Rechenzentrum in Betrieb hat.
Nach Informationen der Financial Times soll der Börsengang in den kommenden Wochen stattfinden. Er wird damit zu einem wichtigen Stimmungstest dafür, wie viel Vertrauen Anleger noch in die KI-Investitionswelle von SoftBank-Gründer Masayoshi Son setzen.

SB Energy startete 2019 als Unternehmen für erneuerbare Energien, wurde inzwischen aber zu einer groß angelegten Wette auf KI-Infrastruktur umgebaut.
Das Unternehmen will Rechenzentren bauen, an Stromnetze anschließen und in einigen Fällen auch selbst Strom liefern.
Auf dem Papier wirkt der Auftragsbestand beeindruckend. SB Energy spricht von Verträgen über künftige Erlöse von 439 Milliarden Dollar, größtenteils verbunden mit 8,8 Gigawatt an Rechenzentrumskapazität.
Allerdings gibt es dabei ein wichtiges Detail: Von diesen künftigen Erlösen werden 357 Milliarden Dollar erst ab 2034 erwartet.
Die Pläne hängen eng mit OpenAI und Nvidia zusammen. OpenAI soll Mieter eines großen Rechenzentrumscampus in Ohio sowie eines Standorts in Texas werden. Nvidia hat für die erste Phase des Projekts in Ohio eine Garantie über 105 Milliarden Dollar abgegeben.
Das klingt nach einer starken Absicherung, macht SB Energy aber zugleich anfällig. Das Unternehmen räumt selbst ein, dass Erlöse, Finanzierung und Entwicklungspläne stark von OpenAI abhängen. Sollte OpenAI seine Strategie ändern, langsamer wachsen oder die KI-Entwicklung ins Stocken geraten, würde das SB Energy unmittelbar treffen.
Die Unsicherheit wird dadurch verstärkt, dass OpenAI den eigenen Börsengang verschoben hat. Parallel spricht das Unternehmen über eine neue private Finanzierungsrunde zu einer möglichen Bewertung von 1,2 Billionen Dollar.
Für SoftBank ist das zentral, da der Konzern OpenAI mehr als 60 Milliarden Dollar zugesagt hat.
SB Energy will mit dem Börsengang dem Vernehmen nach 5 bis 7 Milliarden Dollar einsammeln, während SoftBank die Mehrheit behalten soll. Doch das wäre nur der Anfang.
Laut FT benötigt SB Energy mehr als 170 Milliarden Dollar an Investitionen, um die geplanten Rechenzentren tatsächlich zu bauen und Mieteinnahmen zu erzielen.
Damit wäre dies kein klassischer Börsengang, sondern eine Finanzierungsmaschine für die KI-Revolution.
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