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Die US-Börsenaufsicht SEC hat 38 Akteure verklagt, die sich mit irreführenden Angaben als vertrauenswürdige Anlageberater ausgegeben haben sollen. Darunter sind auffällige Namen wie CryptoOrbit, Pinnacle Crypto Exchange und Web3 University.

Die Masche war der SEC zufolge ausgesprochen raffiniert. Durch Angaben bei der Aufsichtsbehörde erschienen die Akteure in einer offiziellen US-Datenbank. Für Anleger konnte das wie ein Nachweis von Seriosität wirken, obwohl die SEC die Unternehmen nicht zugelassen hatte.

SEC entdeckt auffälliges Muster

Die SEC reichte am 27. August 38 separate Klagen ein. Die Akteure sollen in den Jahren 2025 und 2026 in offiziellen Formularen für Anlageberater falsche oder irreführende Angaben gemacht haben.

Bei der Untersuchung fiel ein Muster auf. Mehrere Unternehmen meldeten exakt dieselben Summen beim verwalteten Vermögen. Auch identische Kundenzahlen und Mindestanlagebeträge tauchten immer wieder auf.

Dabei blieb es nicht. Einige Unternehmen waren offenbar nicht an der angegebenen Adresse ansässig. Telefonnummern funktionierten nicht oder gehörten anderen Firmen. Zudem gaben mehrere Akteure an, Wirtschaftsprüfer hätten ihre Zahlen geprüft; zwei dieser Prüfer konnten die Ermittler jedoch nicht in den einschlägigen Registern finden.

Als die SEC Nachweise unter anderem für Vermögenswerte, Kunden und Geschäftstätigkeit der Unternehmen verlangte, blieben diese den Klagen zufolge aus.

Unter den 38 Akteuren finden sich mehrere Namen, die klar auf Krypto verweisen, darunter CryptoOrbit, Pinnacle Crypto Exchange und Web3 University. Die SEC sagt allerdings nicht, dass alle verklagten Akteure tatsächlich im Kryptosektor tätig waren.

Offizieller SEC-Eintrag war kein Gütesiegel

Für Anleger liegt darin eine wichtige Warnung. Die Akteure konnten in einer öffentlichen Datenbank der SEC auftauchen, weil sie sich als sogenannte Exempt Reporting Advisers präsentierten.

Dabei handelt es sich um Anlageberater, die aufgrund einer Ausnahme nicht vollständig bei der SEC registriert sein müssen. Bestimmte Angaben müssen sie dennoch einreichen, wodurch ihr Name in einer offiziellen Datenbank erscheinen kann.

Genau das soll ausgenutzt worden sein.

Wer ein Unternehmen auf einer Website der US-Regierung findet, hält es schnell für geprüft und seriös. Ein Eintrag bedeutet jedoch nicht, dass die SEC alle Angaben kontrolliert oder das Unternehmen zugelassen hat.

Einige Akteure sollen sogar gefälschte Zertifikate auf ihren eigenen Websites veröffentlicht haben, um diesen Eindruck weiter zu verstärken. Dabei wurden laut SEC echte Registrierungsdaten verwendet, wodurch die Dokumente glaubwürdiger wirkten.

Für Kryptoanleger ist das ein entscheidender Unterschied. Ein Unternehmen kann also mit einer Registrierungsnummer oder einem Eintrag bei einer Aufsichtsbehörde werben, ohne dass die Behörde das Unternehmen tatsächlich geprüft hat.

FBI unterstützt Ermittlungen

Wie groß der mögliche Schaden ist, bleibt zunächst unklar. Die SEC hat nicht mitgeteilt, wie viele Menschen tatsächlich Geld überwiesen haben oder wie viele Anleger möglicherweise geschädigt wurden.

Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass ein Teil der Aktivitäten vom Ausland aus erfolgte. Mehrere IP-Adressen, über die Dokumente bei der SEC eingereicht wurden, ließen sich Standorten außerhalb der Vereinigten Staaten zuordnen. Um welche Länder es sich handelt, wurde nicht bekannt gegeben.

Die SEC fordert vom Gericht Geldbußen und dauerhafte Verbote. Zudem sollen die Beteiligten von dem System ausgeschlossen werden, über das die betreffenden Dokumente eingereicht wurden. Ihre Berichte werden außerdem aus der öffentlichen Datenbank entfernt.

Auch das FBI unterstützte die Ermittlungen. Über die Operation Level Up versucht die Behörde, mögliche Opfer von Anlagebetrug zu identifizieren und zu warnen.

Ob die 38 Akteure tatsächlich gegen das Gesetz verstoßen haben, steht noch nicht fest. Die SEC hat Klage erhoben, am Ende entscheidet jedoch das Gericht.

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