Krypto-Treasury-Unternehmen sind ein relativ neues Phänomen. Zwar ist Strategy von Michael Saylor das bekannteste Beispiel, doch die Zahl der Firmen mit Krypto in der Bilanz ist im vergangenen Jahr sprunghaft gestiegen.
Das hat auch die Aufmerksamkeit der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) auf sich gezogen. Denn Beteiligte in diesen Unternehmen halten sich offenbar nicht immer an die Spielregeln. Es gibt Hinweise auf Insiderhandel.
Digitale Treasury-Strategien im Fokus
Die SEC-Ermittlungen zu Digital-Asset-Treasury-Strategien bei börsennotierten Unternehmen sind aufgrund des anhaltenden Government Shutdown vorübergehend ausgesetzt. Obwohl das Verfahren derzeit ruht, erwarten Juristen, dass die SEC die Akte rasch wieder aufnimmt, sobald die Regierung wieder arbeitsfähig ist. Das könnte eine Flut von Anklagen nach sich ziehen.
Der Shutdown begann am 1. Oktober, nachdem der Kongress sich nicht auf einen Haushalt einigen konnte. Seither arbeitet die SEC mit Minimalbesetzung und erledigt nur dringende Aufgaben.
Die Behörde ist auf Bundesmittel angewiesen und arbeitet derzeit mit weniger als 10 Prozent ihres Personals. Rechts-, Finanz- und Ermittlungsabteilungen sind dadurch kaum funktionsfähig. Die Untersuchung zu Krypto-Treasuries, die vermutlich weitgehend auf Mitarbeiter der Durchsetzungsabteilung angewiesen ist, liegt daher nahezu brach.
Insiderhandel?
Die Ermittlungen richten sich gegen börsennotierte Unternehmen, die 2023 Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) oder andere Altcoins als Teil einer Digital-Asset-Treasury-Strategie (DAT) in ihre Bilanz aufgenommen haben. Nach Angaben von The Wall Street Journal nahmen sowohl die SEC als auch die Aufsicht FINRA Kontakt zu mehreren Unternehmen auf wegen auffälliger Handelsaktivitäten kurz vor den offiziellen Ankündigungen dieser Strategien.
Die Aufseher stellen dabei Fragen zu möglichen Verstößen gegen die Regulation Fair Disclosure. Diese Vorschrift verbietet börsennotierten Unternehmen, kursrelevante, nichtöffentliche Informationen an Parteien weiterzugeben, die daraus Nutzen ziehen könnten. Im Fokus stehen Transaktionen von Insidern und anderen Beteiligten, die möglicherweise über Vorabinformationen verfügten.
Finanzaufsichtsbehörden werden nicht vorschnell zu dem Schluss kommen, dass tatsächlich Insiderhandel vorliegt. Zunächst geht es um eine sorgfältige Sachverhaltsermittlung und das Sammeln von Fakten.
Wiederaufnahme und mögliche Vorladungen
Der frühere SEC-Durchsetzungsanwalt David Chase betont, dass die Ermittlungen rasch wieder aufgenommen werden können, sobald die Regierung wieder arbeitsfähig ist. “Wenn es verdächtige Geschäfte gibt und eine klare Verbindung zu einem Insider, der über nichtöffentliche Informationen verfügte, ist das bereits Grund genug, eine Vorladung zu verschicken,” so Chase.
Die nächsten Schritte der SEC hängen stark davon ab, wie Unternehmen auf frühere Auskunftsersuchen reagieren. In vielen Fällen bittet die Aufsicht zunächst freiwillig um Unterlagen und Erläuterungen. Bleibt die Kooperation aus, kann dennoch eine formelle Vorladung ergehen. Laut Anwalt Kris Swiatek (Seward & Kissel LLP) ist vor allem die Qualität der ersten Antwort ausschlaggebend für den weiteren Verlauf.
Im Rahmen der Untersuchung wird die SEC voraussichtlich Handelsdaten auswerten, Kommunikationsdaten anfordern (etwa E-Mails, Telefonverbindungen und Social-Media-Nachrichten) und Zeugen befragen. Ziel ist es, eine Zeitleiste zu rekonstruieren: Wer wusste was – und wann?
Politische Brisanz und der größere Kontext
Auch wenn Krypto-Treasuries relativ neu sind, fügt sich die gestiegene Aufmerksamkeit der SEC in einen breiteren Trend verschärfter Aufsicht über Krypto-Unternehmen. In 2023 ging die Behörde unter anderem gegen Binance, Coinbase, Terraform Labs und Unicoin vor. Diese Linie dürfte sich fortsetzen – allerdings in einem neuen politischen Umfeld.
Nach Ansicht von Swiatek ist die Haltung gegenüber Krypto unter Präsident Trump deutlich milder geworden. Zugleich könnte diese Untersuchung als erster Test gelten, wie weit die kryptofreundliche Regierung bei möglichen Missständen zu gehen bereit ist.
Zusätzliche Brisanz entsteht, weil einige der untersuchten Unternehmen direkte oder indirekte Verbindungen zu Trump-nahen Firmen haben, etwa ALT5 Sigma Corporation und Trump Media & Technology Group (bekannt durch Truth Social). Beide setzen auf eine digitale Treasury-Strategie. Eine mögliche Verbindung könnte die SEC-Untersuchung politisch aufladen.
Auch wenn die Kryptobranche Unternehmen mit Krypto in der Bilanz begrüßt, ist das ohne Zweifel ein Risikofeld. Und es ist Aufgabe der SEC, sich auf schnell wachsende Bereiche mit auffälliger Aktivität und potenziell fragwürdigen Geschäften zu konzentrieren.
Auch wenn solche Maßnahmen – gerade mit Blick auf die Vergangenheit – oft als Angriff auf die Kryptoindustrie gesehen werden, wird sich die Branche wie andere Sektoren an die Regeln halten müssen.
Sichere dir noch heute 10 € gratis und zahle keine Handelsgebühren auf deine ersten 10.000 €!
Nutze diese einmalige Chance mit Newsbit und Bitvavo, indem du jetzt über den Button unten ein Konto eröffnest. Zahle nur 10 € ein und erhalte sofort 10 € gratis. Außerdem kannst du 7 Tage lang gebührenfrei über deine ersten 10.000 € an Transaktionen handeln. Starte noch heute und profitiere direkt von der wachsenden Beliebtheit von Kryptowährungen!
Erstelle dein Konto und sichere dir deine 10 € gratis.
Verpasse nicht die Gelegenheit, sofort von der wachsenden Beliebtheit von Kryptowährungen zu profitieren!
Blockchain.com sichert sich weitere wichtige Krypto-Lizenz
Blockchain.com erhält auf den Kaimaninseln eine VASP-Lizenz und baut damit weltweit regulierte Handels- und Verwahrdienste für digitale Vermögenswerte aus.
CLARITY Act lebt: Senat stellt Weichen für Abstimmung im September
Der Senat hat kurz vor der Sommerpause das Verfahren eingeleitet, um das Kryptogesetz im September zur Abstimmung zu stellen. Das bedeutet der Schritt für die Branche.
Aufschub beim US-Kryptogesetz gibt Asien die Chance auf Vorsprung
Der US-Senat verschiebt die Abstimmung über das Kryptogesetz auf September. Hongkong und Singapur könnten die entstehende Lücke unmittelbar nutzen.
Meist gelesen
Kryptomarkt prognostiziert XRP-Kurs für den 31. August
Polymarket-Händler rechnen damit, dass XRP den August unter 1,20 Dollar beendet – trotz positiver Entwicklungen rund um den XRP Ledger.
SWIFT greift Ripples Kernidee auf: Braucht es XRP noch?
SWIFT macht bei Blockchain-Zahlungen einen großen Schritt. Was bedeutet das für Ripple, und wird XRP für internationale Transaktionen noch gebraucht?
Großbank bekräftigt sehr hohes XRP-Kursziel: 28 Dollar bis 2030
Standard Chartered nennt für XRP weiterhin ein Kursziel von 28 Dollar für 2030 – ungeachtet gedämpfter kurzfristiger Erwartungen und der Volatilität am Markt.
