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Samsung will Stablecoins direkt in die Wallet seiner Smartphones integrieren. Damit könnte der Konzern die Krypto-Adoption deutlich beschleunigen. Neu ist daran weniger die Technik als die Reichweite, die dadurch entsteht.

Reichweite ist der knappe Faktor

Während des Galaxy Unpacked 2026 kündigte Samsung an, dass mehr als 800 Millionen Geräte standardmäßig Stablecoin-Funktionen erhalten. Dabei geht es um Zahlungen und Sparfunktionen mit Coins, die an eine klassische Währung gekoppelt sind, meist an den US-Dollar.

Allein in Südkorea zählt Samsung Wallet knapp 19 Millionen Nutzer und ist in 61 Ländern verfügbar. Weltweit sind mehr als eine Milliarde Samsung-Smartphones aktiv.

Genau darin liegt der Kern. Der Kryptosektor hat keinen Mangel an Liquidität oder Handelsplätzen, wohl aber an einem Zugang zur alltäglichen Wallet.

Dieser Zugang führt über das Gerät selbst. Wer digitale Dollar nutzen will, muss künftig keine separate App installieren und kein Konto bei einer Kryptobörse eröffnen. So könnten sehr viele Menschen auf einen Schlag mit Krypto in Berührung kommen, ohne selbst aktiv werden zu müssen.

Ähnlich war es zuvor bei den börsengehandelten Fonds auf Bitcoin (BTC). Sie machten den Coin für jeden mit einem Wertpapierdepot zugänglich, direkt neben den Aktien und Fonds, die dort ohnehin bereits lagen.

Das Produkt änderte sich nicht, wohl aber sein Platz im Finanzalltag. Wenn Nutzer nun über Samsung Stablecoins kennenlernen, wird auch der Weg zu anderen Coins wie Bitcoin, Ethereum (ETH) und Solana (SOL) deutlich kürzer.

Samsung investiert auch in die Infrastruktur

Die Wallet ist nur die eine Hälfte des Plans. Im Mai erwarben drei Samsung-Sparten gemeinsam eine Beteiligung von 4 Prozent an Dunamu, dem Unternehmen hinter Upbit, der größten Kryptobörse Südkoreas.

Die Transaktion hatte ein Volumen von mehr als 400 Millionen Dollar. Beteiligt waren Samsung Securities, Samsung SDS und Samsung Card.

Lee Jun-hee, Chef von Samsung SDS, bezeichnete die Beteiligung im Rahmen der Quartalszahlen als strategischen Schritt in Richtung Infrastruktur für digitale Vermögenswerte. Im Fokus stehen demnach Stablecoins und KI-gestützte Zahlungen.

Samsung will damit nicht nur die Kundenschnittstelle besetzen, sondern auch Teile der dahinterliegenden Infrastruktur.

Was Samsung bei Stablecoins noch bremst

Auf dem Papier klingt das nach einem Durchbruch, doch die Details fehlen noch. Samsung hat nicht gesagt, welche Stablecoins unterstützt werden, wer sie ausgibt und wann die Funktion freigeschaltet wird.

Auch regulatorisch ist vieles offen. Südkorea legte im April einen Entwurf für den Digital Asset Basic Act vor, mit Vorgaben für Handel, Verwahrung und die Ausgabe von Stablecoins. Eine Frist gibt es jedoch nicht.

Und eine Wallet voller digitaler Dollar ist wenig wert, solange Geschäfte und Apps sie nicht akzeptieren. Dort liegt die eigentliche Arbeit.

Gleichzeitig wächst der Druck auf Apple und Google, etwas Vergleichbares anzubieten. Das würde der Adoption einen noch stärkeren Schub geben.

Schaltet Samsung die Funktion künftig auf 800 Millionen Geräten standardmäßig frei, entsteht auf einen Schlag ein Vertriebskanal, mit dem kein Kryptounternehmen mithalten kann.

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