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Der russische Kryptomarkt könnte vor einem deutlichen Wachstum stehen. Sberbank, die größte Bank des Landes, rechnet damit, dass der Handel über regulierte Kryptoplattformen rasch zunehmen kann, sobald die neue Gesetzgebung in Kraft tritt.

Nach Einschätzung der Bank könnte das Handelsvolumen bereits im ersten Jahr auf rund 4 Billionen Rubel steigen, umgerechnet 46,4 Milliarden US-Dollar. Danach erwartet Sberbank weiteres Wachstum. Im Jahr 2029 könnten jährlich Kryptowährungen im Wert von etwa 7,5 Billionen Rubel gehandelt werden. Das entspricht rund 87,1 Milliarden US-Dollar.

Sberbank will bei dieser Entwicklung selbst eine wichtige Rolle spielen. Die Bank arbeitet unter anderem an Krypto-Wallets, Verwahrdiensten und Krediten, bei denen Bitcoin (BTC) als Sicherheit genutzt werden kann.

Neues russisches Kryptogesetz tritt am 1. September in Kraft

Die Wachstumserwartung hängt eng mit der neuen russischen Kryptogesetzgebung zusammen. Der Großteil der neuen Regeln tritt am 1. September 2026 in Kraft, nachdem Präsident Wladimir Putin das Gesetzespaket Anfang August unterzeichnet hatte.

Bestehende Kryptobörsen haben bis zum 1. März 2027 Zeit, die neuen Anforderungen zu erfüllen. Einige Teile des Gesetzes werden erst am 1. September 2027 wirksam.

Russland will damit einen größeren Teil des Kryptohandels unter Aufsicht bringen. Aktivitäten, die bislang außerhalb regulierter Plattformen stattfinden, könnten dadurch zu offiziell zugelassenen Anbietern verlagert werden.

Für Privatanleger gelten dabei allerdings Einschränkungen. Sie dürfen bestimmte zugelassene Coins kaufen, jedoch nur bis zu einem Betrag von 300.000 Rubel pro Jahr und zugelassenem Vermittler. Das sind rund 3.700 US-Dollar. Für qualifizierte Anleger gilt diese jährliche Obergrenze nicht.

Das Bezahlen von Waren und Dienstleistungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen bleibt in Russland verboten. Für internationale Transaktionen gelten andere Regeln. Dort dürfen Kryptowährungen unter bestimmten Voraussetzungen verwendet werden.

Sberbank will Bitcoin als Sicherheit für Kredite nutzen

Sberbank blickt unterdessen über den reinen Kryptohandel hinaus. Die Bank will Kredite anbieten, bei denen Kunden Bitcoin, Ethereum (ETH) und den Stablecoin USDT als Sicherheit einsetzen können.

Dafür ist noch die Zustimmung der russischen Zentralbank erforderlich. Sberbank steht nach eigenen Angaben dazu im Austausch mit der Aufsichtsbehörde.

Qualifizierten Anlegern bietet die Bank seit 2025 bereits Finanzprodukte an, deren Wert an Bitcoin und Ethereum gekoppelt ist. Nun sollen weitere Kryptodienste hinzukommen.

So will Sberbank Anfang Dezember eine eigene Krypto-Wallet über die Apps Sber und Sber Investments verfügbar machen. Zudem arbeitet die Bank an einem Verwahrdienst, über den Kunden ihre digitalen Vermögenswerte von Sberbank verwalten lassen können.

Falls der regulierte Markt tatsächlich schnell wächst, erwartet Sberbank, dass vor allem professionelle und vermögende Anleger eine wichtige Rolle spielen werden. Vizechef Anatoly Popov hält es für möglich, dass das jährliche Handelsvolumen dadurch bis 2029 auf rund 87,1 Milliarden US-Dollar steigt.

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