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Die Muttergesellschaft der Kryptobörse Kraken bekommt die Schwäche am Kryptomarkt zunehmend zu spüren. Payward verzeichnete im zweiten Quartal einen Rückgang des bereinigten Vorsteuergewinns um 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders die geringere Handelsaktivität belastet das Unternehmen, das seit längerem einen möglichen Börsengang vorbereitet.
Dennoch enthalten die Zahlen auch positive Signale. Der Umsatz stieg trotz niedrigerer Handelsvolumina um 17 Prozent, die Zahl der Accounts mit Guthaben erreichte einen Rekordwert. Zudem gewinnt Kraken nach eigenen Angaben Marktanteile, während Kunden zunehmend auch andere Produkte als reine Kryptoanlagen handeln.
Payward erzielte im zweiten Quartal einen bereinigten Vorsteuergewinn von 23 Millionen Dollar, wie aus einem Aktionärsbrief hervorgeht. Ein Jahr zuvor waren es noch 79,7 Millionen Dollar. Damit sank der Gewinn um 71 Prozent.
Der bereinigte Umsatz entwickelte sich dagegen positiv. Er legte im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 508 Millionen Dollar zu.
Die Handelsaktivität auf der Plattform ging jedoch deutlich zurück. Das gesamte Transaktionsvolumen lag bei 310 Milliarden Dollar und damit 18 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.
Gleichzeitig konnte Kraken mehr Kunden an sich binden. Die Zahl der Accounts mit Guthaben stieg um 42 Prozent auf den Rekordwert von 6,6 Millionen.
Die Zahlen zeichnen damit ein gemischtes Bild. Kraken gewinnt Kunden und erzielt höhere Erlöse, verdient aber deutlich weniger, weil die Handelsvolumina am Kryptomarkt unter Druck stehen.
Kraken ist nicht die einzige Kryptobörse, die unter der nachlassenden Handelsbereitschaft leidet. Der Bitcoin-Kurs liegt rund 50 Prozent unter dem Rekordhoch vom Oktober. Auch viele andere Coins haben deutlich an Wert verloren.
Für Handelsplattformen ist das entscheidend. Kryptobörsen erzielen traditionell einen großen Teil ihrer Einnahmen über Transaktionsgebühren. Kaufen und verkaufen Anleger weniger, sinken diese Erlöse.
Auch Wettbewerber spüren die Folgen. Gemini meldete am Donnerstag erneut einen Quartalsverlust. Coinbase, die größte Kryptobörse der USA, hatte Ende Juli ebenfalls einen Nettoverlust für das zweite Quartal ausgewiesen.
Payward hatte bereits früher in diesem Jahr reagiert. Das Unternehmen strich rund 150 Stellen und verwies dabei auf den Einsatz künstlicher Intelligenz, um effizienter arbeiten zu können.
Die schwierigen Marktbedingungen könnten auch Folgen für den seit langem erwarteten Börsengang von Kraken haben.
Wie andere große Kryptobörsen versucht auch Kraken, die Abhängigkeit vom klassischen Handel mit digitalen Assets zu verringern. Das Unternehmen expandiert deshalb unter anderem in Derivate, Aktien und tokenisierte Aktien.
Nach Angaben von Co-CEO Arjun Sethi zahlt sich diese Strategie inzwischen aus. Während die Handelsvolumina am Spotmarkt branchenweit zurückgingen, nahm die Aktivität bei Kraken in traditionellen Futures, Aktien und tokenisierten Aktien seinen Worten zufolge zu.
Zudem gewann Kraken im dritten Quartal in Folge Marktanteile am Spotmarkt. Kunden beschränken sich Sethi zufolge immer seltener auf eine einzelne Anlageform und handeln über die Plattform häufiger in mehreren Märkten.
Diese Verbreiterung gewinnt an Bedeutung, weil der traditionelle Ertragsmotor der Kryptobörsen ins Stocken geraten ist. Kraken verzeichnet zwar immer mehr Accounts mit Guthaben und höhere Umsätze, doch der Gewinnrückgang von 71 Prozent zeigt, wie stark die aktuelle Schwäche im Kryptohandel weiterhin durchschlägt.
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