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Die Kryptobörse BitMEX sieht sich in den USA erneut mit einer Sammelklage konfrontiert. Die Kläger werfen der Plattform unter anderem vor, Bitcoin (BTC) unrechtmäßig einbehalten, Insiderhandel ermöglicht und Kundenpositionen zu Unrecht liquidiert zu haben.
Die Klage wurde am selben Tag eingereicht, an dem BitMEX ankündigte, den Betrieb in zwei Monaten endgültig einzustellen.
Nach Angaben der Kläger beläuft sich der Schaden auf mehrere Dutzend Millionen Dollar.
Die Klage wurde am 23. Juli beim Bundesgericht in New York eingereicht. Kläger sind BKX Services und der Investor David Namdar. Der Klageschrift zufolge verloren sie zusammen mehr als 622 Bitcoin, was zum aktuellen Marktwert rund 40 Millionen Dollar entspricht.
Nach Darstellung der Kläger entwickelte BitMEX ein System, bei dem Kunden im Zuge erzwungener Liquidationen mehr Bitcoin verloren, als zur Deckung ihrer Verluste erforderlich gewesen wäre. Die verbleibenden Sicherheiten sollen anschließend in den Versicherungsfonds der Börse übertragen worden sein. Statt an die Nutzer zurückzufließen, seien sie dort verblieben.
Darüber hinaus heißt es, ein internes Handelsteam von BitMEX habe Zugriff auf vertrauliche Kundendaten gehabt. Dieses Team soll zudem auch während Störungen der Handelsplattform weiter gehandelt haben. Während normale Nutzer ihre Positionen nicht schließen konnten, habe das Team seine Geschäfte fortgesetzt.
Die Klage richtet sich nicht nur gegen die Muttergesellschaft HDR Global Trading. Auch die Mitgründer Arthur Hayes, Ben Delo und Samuel Reed werden als Beklagte genannt.
Der Zeitpunkt der Klage ist bemerkenswert. Am selben Tag gab BitMEX bekannt, den Betrieb am 23. September endgültig einzustellen. Damit endet eine elfjährige Geschichte. Die Börse galt einst als Pionier des Kryptomarkts und führte die beliebten Perpetual Futures ein.
Der neue Fall ähnelt stark einer früheren Sammelklage aus dem Jahr 2020. Dieses Verfahren wurde im Juni 2025 beendet, ohne dass ein Gericht über die Vorwürfe im Zusammenhang mit den Liquidationen entschieden hatte.
Die Kläger wollen nun eine neue Sammelklage im Namen von US-Nutzern anstrengen, die seit dem 23. Juli 2018 Bitcoin-Swap-Produkte von BitMEX gehandelt haben. Sie fordern die Rückgabe der verlorenen Bitcoin, Schadenersatz sowie zusätzlichen Strafschadenersatz.
BitMEX hat sich zu den neuen Vorwürfen bislang nicht inhaltlich geäußert. Auch die übrigen Beklagten haben bisher keinen Kommentar abgegeben.
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