Die iranische Zentralbank hat im vergangenen Jahr Tether (USDT) im Wert von über 500 Millionen Dollar erworben. Dies geht aus einer Analyse des Blockchain-Analyseunternehmens Elliptic hervor. Den Forschern zufolge nutzte Iran die Stablecoin, um den Wert des Rial zu stützen und internationale Zahlungen abseits des SWIFT-Systems zu tätigen.
Irans Zentralbank erwarb USDT über die Emirate
Aus geleakten Dokumenten geht hervor, dass die iranische Zentralbank (CBI) im April und Mai letzten Jahres zwei große USDT-Käufe tätigte. Die Zahlungen sollen in Dirham über eine Partei namens Modex abgewickelt worden sein, vermutlich ein Kryptobroker, der mit der iranischen Regierung Geschäfte macht.
Elliptic konnte anhand dieser Dokumente ein Netzwerk von Wallets identifizieren, das direkt mit der CBI verbunden ist. Laut ihrer Analyse handelte es sich um einen systematischen Aufbau von mehr als 500 Millionen Dollar in Tether. Dabei betonen sie, dass dieser Betrag eine Untergrenze darstellt, da nicht alle Wallets zweifelsfrei der Zentralbank zugeordnet werden konnten.
Von Nobitex zu Bridges und DEXen
Ein Großteil der erworbenen USDT wurde zunächst an Nobitex, die größte Krypto-Börse Irans, transferiert. Doch nach einem Hack im Juni 2025, bei dem Hacker 90 Millionen Dollar erbeuteten, änderte die CBI ihre Strategie.
Ab diesem Zeitpunkt wurden die Tether-Token über eine sogenannte Cross-Chain Bridge vom TRON-Netzwerk auf Ethereum übertragen. Anschließend wurde die Stablecoin über verschiedene dezentrale Börsen in andere Kryptos umgewandelt und auf andere Blockchains sowie zentralisierte Börsen verlagert.
Elliptic berichtet, dass inzwischen alle USDT aus den Wallets verschwunden sind, die direkt mit der Zentralbank in Verbindung gebracht werden können: „Es befindet sich kein USDT mehr in den Adressen, die wir mit Sicherheit der CBI zuordnen können“, sagt Tom Robinson von Elliptic.
Iran nutzt USDT als SWIFT-Alternative
Der Untersuchung zufolge verfolgte die USDT-Reserve Irans mehrere Ziele. Einerseits die Versorgung des heimischen Marktes mit Liquidität in US-Dollar zur Stützung des Rial. Andererseits die Abwicklung internationaler Handelstransaktionen, da Iran aufgrund von Sanktionen vom globalen Bankverkehr über SWIFT ausgeschlossen ist.
Elliptic schreibt, dass Iran möglicherweise an einem „sanktionsresistenten“ Finanzsystem arbeitet, das als eine Art Schattennetzwerk von Dollarkonten fungiert. Indem USDT als digitale Offshore-Dollars behandelt werden, kann das Regime Werte außerhalb der Reichweite der US-Behörden bewahren.
Tether selbst ging im Juni 2025 gegen einige dieser Adressen vor und fror USDT im Wert von 37 Millionen Dollar ein. Das Unternehmen betont, dass es eng mit Strafverfolgungsbehörden weltweit zusammenarbeitet und bisher bereits 3,8 Milliarden Dollar an USDT eingefroren hat, die mit kriminellen Aktivitäten in Verbindung standen.
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