Die Spannungen in der Kryptobranche nehmen zu. Cardano-Entwickler Charles Hoskinson kritisiert in einem neuen Video scharf Ripple-CEO Brad Garlinghouse. Grund dafür ist der amerikanische Clarity Act. Während einige das Gesetz für seine Klarheit loben, warnt Hoskinson vor einer dauerhaften Kontrolle durch Aufsichtsbehörden.
Hoskinson: Ripple unterstützt gefährliches Gesetz
In einem gestern veröffentlichten YouTube-Video übt Hoskinson scharfe Kritik am Clarity Act. Seiner Meinung nach ist die Klarheit, die der Vorschlag schaffen will, äußerst gefährlich. Er bezeichnet das Gesetz sogar als „gefährlicher als das aktuelle Chaos“.
Der Clarity Act soll klare Regeln für den amerikanischen Kryptomarkt schaffen. Der Gesetzentwurf soll vor allem die Rollenverteilung zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) klären.
Der US-Senat wollte vergangene Woche über den Vorschlag abstimmen. Danach wurde der 27. Januar als neuer Termin genannt, aber auch dieser ist ungewiss, seit die Kryptobörse Coinbase ihre Unterstützung zurückzog.
Das Problem, so Hoskinson, ist, dass das Gesetz die Macht der Aufsichtsbehörden erheblich ausweitet. Neue Kryptoprojekte würden fortan standardmäßig als Wertpapiere eingestuft. Ausnahmen wären nur durch ein langwieriges und unsicheres Antragsverfahren möglich.
„Alles Neue wird als Wertpapier angesehen, es sei denn, man kann dem entgehen,” äußert er. Ripple-CEO Brad Garlinghouse soll den Vorschlag mit den Worten verteidigt haben: „Es ist nicht perfekt, aber besser als keine Klarheit.“ Doch Hoskinson nennt das naiv und schlichtweg gefährlich.
„Entschuldigung Brad, das ist nicht besser als Chaos,“ betont er scharf. „Die gleichen Institutionen, die uns jahrelang verklagt haben, erhalten jetzt die Kontrolle. Und schlechte Gesetzgebung bleibt jahrzehntelang bestehen.“
Krypto verliert seine Mission
Laut Hoskinson droht die Branche, ihre ursprüngliche Mission aus den Augen zu verlieren. „Ich habe nie zugestimmt, diese Revolution an fünfzehn Banken zu übergeben,“ so der Cardano-Gründer. „Aber genau das passiert, wenn wir das zulassen.“
Bitcoin (BTC), 2009 eingeführt, war eine Reaktion auf die Zentralisierung im Finanzsystem. Die Stärke der digitalen Währung liegt gerade darin, dass niemand eine zentrale Kontrolle hat.
Laut Hoskinson bewegt sich die Industrie jedoch auf ein Modell zu, in dem Banken erneut die Macht ergreifen. Er warnt vor einer Zukunft mit verpflichtender Identitätsverifizierung, umkehrbaren Transaktionen und zentral kontrollierten Wallets.
Hoskinson: „keine Kompromisse“
Hoskinson macht Lobbyarbeit und das Streben nach „akzeptabler Marktzugänglichkeit“ für den Verlust der Seele von Krypto verantwortlich.
Sein Appell ist klar: „Akzeptiert keine schlechten Kompromisse. Kämpft für das, was richtig ist, selbst wenn das Chaos bedeutet.“
„Klarheit ist kein Selbstzweck,“ fügt er hinzu.
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