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Iran lehnt vorerst direkte Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten ab, während eine Vereinbarung über die Straße von Hormus weiter auf sich warten lässt. Nach Angaben des iranischen Außenministers Abbas Araghchi ist eine Einigung mit Oman über eine temporäre Schifffahrtsroute jedoch „sehr nah“.
Eine rasche Rückkehr zum normalen Schiffsverkehr ist damit weiterhin nicht absehbar. Iran stellt zusätzliche Bedingungen für eine vollständige Wiederöffnung von Hormus, während die Angriffe auf Schiffe in der Region andauern. Für den Ölmarkt bleibt daher unklar, wann die Lieferung von Millionen Barrel Öl aus dem Persischen Golf wieder anlaufen kann.
Araghchi machte am Sonntag deutlich, dass Iran vorerst nicht direkt mit Washington verhandeln will. Nach Darstellung Teherans haben die Vereinigten Staaten Vereinbarungen aus einem vorläufigen Abkommen vom Juni verletzt; diese Verstöße müssten zunächst behoben werden.
„Solange die USA gegen das Memorandum verstoßen und dies nicht korrigieren, können die Verhandlungen nicht wieder aufgenommen werden“, sagte Araghchi laut iranischem Staatsfernsehen.
Der Kontakt zwischen beiden Ländern ist damit nicht vollständig abgebrochen. Iran und die Vereinigten Staaten tauschen weiterhin über Vermittler Nachrichten aus. Araghchi zufolge versuchen zudem mehrere Länder, den Weg für neue Verhandlungen zu ebnen.
Gleichzeitig gibt es Streit darüber, wer genau an den Gesprächen über die Straße von Hormus beteiligt ist. Washington hat mehrfach erklärt, in Verhandlungen über den Schiffsverkehr eingebunden zu sein. Teheran weist das zurück und betont, dass die aktuellen Gespräche über eine temporäre Schifffahrtsroute mit Oman geführt werden.
Unterdessen bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus gefährlich. Am Samstagmorgen wurde ein Schiff von ADNOC, dem staatlichen Ölkonzern der Vereinigten Arabischen Emirate, während der Passage durch die Meerenge mit Raketen angegriffen. Verletzte gab es nicht. Bereits in der Vorwoche waren drei weitere Schiffe des Ölkonzerns attackiert worden.
Auch rund um Saudi-Arabien nehmen die Spannungen zu. Die vom Iran unterstützten Huthi aus dem Jemen erklärten am Sonntag, sie hätten mit einer Drohne eine Ölraffinerie von Saudi Aramco in Dschisan getroffen.
Das saudische Energieministerium bestätigte, dass in der Raffinerie ein Feuer ausgebrochen war. Zur Ursache machte es keine Angaben. Der Brand konnte gelöscht werden, verletzt wurde niemand.
Die anhaltenden Angriffe sorgen dafür, dass der Ölmarkt jede Entwicklung in der Region genau verfolgt. Brent-Öl schloss vergangene Woche bei mehr als 83 Dollar je Barrel. Eine Vereinbarung über Hormus könnte dazu beitragen, dass Millionen Barrel Öl aus dem Persischen Golf wieder leichter den Weltmarkt erreichen. Solange der Schiffsverkehr eingeschränkt bleibt und es zu neuen Angriffen kommt, bleibt dieses zusätzliche Angebot jedoch
Katar fordert die Golfstaaten auf, gemeinsam auf Frieden zwischen den USA und Iran hinzuwirken, während neue Angriffe die Spannungen in der Region verschärfen.
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