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Gold und Silber zählen in dieser Woche zu den stärksten Märkten weltweit. Für Gold ist es die beste Woche seit Januar, Silber verzeichnet die stärkste Woche seit Februar. Auffällig ist: Die Rally wird nicht von wachsender Panik getragen, sondern davon, dass die Spannungen rund um Iran offenbar nachlassen.
Der Goldpreis stieg in dieser Woche bereits um rund 6,6 Prozent auf mehr als 4.300 Dollar je Unze, während Silber um etwa 11,6 Prozent auf über 64 Dollar zulegte. Was steckt hinter dem Anstieg?

Der Ölpreis ist in dieser Woche um rund 7 Prozent gefallen, da die Vereinigten Staaten und Iran offenbar näher an Gespräche über die Straße von Hormus rücken. Günstigeres Öl verringert das Risiko, dass Energiepreise die Inflation erneut kräftig antreiben.
Dadurch fürchten Anleger weniger, dass die Federal Reserve im September die Zinsen anhebt. Laut dem CME FedWatch Tool sank die geschätzte Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung von 67 Prozent in der Vorwoche auf rund 55 Prozent.
Für Edelmetalle ist das positiv. Gold und Silber werfen keine Zinsen ab und werden daher bei steigenden Zinsen relativ unattraktiver. Sinkt die Wahrscheinlichkeit höherer Zinsen, fällt ein Teil dieses Gegenwinds weg.
Bei Gold spielt zudem die Nachfrage aus China eine wichtige Rolle. Chinesische Gold-ETFs verzeichneten zuletzt 14 Tage in Folge Zuflüsse; dabei flossen rund 1,2 Milliarden Dollar an frischem Kapital zu. Auch die chinesische Zentralbank baut ihre Goldreserven weiter aus.
Trotz der starken Woche liegen beide Edelmetalle weiterhin deutlich unter ihren früheren Höchstständen. Gold notiert rund 23 Prozent unter dem Rekordhoch vom Januar, Silber steht noch etwa 47 Prozent niedriger. Die jüngste Bewegung ist damit vorerst vor allem eine Erholung nach der kräftigen Korrektur zu Jahresbeginn.

Das technische Bild hat sich allerdings verbessert. Sowohl Gold als auch Silber sind in dieser Woche über wichtige Widerstände ausgebrochen, wodurch wieder höhere Kursniveaus in den Blick rücken.
In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, ob die aktuelle Rally anhält oder sich vor allem als kräftige Gegenbewegung innerhalb einer breiteren Korrektur erweist.
Langfristig bleibt das Bild für Edelmetalle naturgemäß positiv. Für Gold ist vor allem die Kombination aus niedrigeren Zinserwartungen und starker Nachfrage aus China entscheidend.
Bei Silber kommt hinzu, dass das Metall nicht nur als Anlage gefragt ist, sondern auch in Industrie, Elektronik und Solarenergie in großem Umfang eingesetzt wird.
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