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Die amerikanische Notenbank hat die Zinsen erneut unverändert gelassen. Damit entscheidet sich die Federal Reserve für eine Zinspause in einer Phase, in der der wirtschaftliche Druck rapide zunimmt. Der Krieg im Iran hat die Inflation erneut angeheizt und macht die Zinspolitik viel komplexer als noch vor einigen Monaten gedacht.
Die Entscheidung kam für die Finanzmärkte nicht überraschend. Dennoch war die Sitzung mehr als nur eine Formalität. Es war die erste Zinssitzung unter der Leitung von Kevin Warsh, dem neuen Vorsitzenden der Fed. Daher richtete sich die Aufmerksamkeit vor allem auf seinen Tonfall, seine Erläuterungen und die neuen Zinserwartungen für die kommenden Monate.
Der wichtigste Moment folgt erst um 20:30 Uhr deutscher Zeit. Dann gibt Warsh seine erste Pressekonferenz als Vorsitzender der Fed. Diese Erläuterung könnte wichtiger werden als die eigentliche Zinsentscheidung. Newsbit wird später am Abend mit einem separaten Artikel über die Pressekonferenz und die Reaktion der Finanzmärkte berichten.
Die Federal Reserve belässt die Zinsen auf dem bisherigen Niveau. Damit drückt die Notenbank erneut auf die Pausentaste, nach vorangegangenen Zinssenkungen und einer Reihe von Sitzungen, in denen die Zinsen schon unverändert blieben.
Das bedeutet nicht, dass sich die Fed zurücklehnen kann. Im Gegenteil. Die Notenbank steckt zwischen zwei Risiken fest.
Auf der einen Seite ist die Inflation erneut zu hoch. Der Krieg im Iran hat zu höheren Energiepreisen geführt, wodurch Treibstoff, Transport und Produktion teurer geworden sind. Das spüren Haushalte und Unternehmen schnell.
Auf der anderen Seite möchte die Fed verhindern, dass die Wirtschaft zu stark gebremst wird. Höhere Zinsen verteuern das Leihen für Verbraucher und Unternehmen. Das kann helfen, die Inflation zu dämpfen, könnte jedoch auch Arbeitsplätze und Wachstum kosten.
Daher entscheidet sich die Fed jetzt für Abwarten. Zuerst muss klar werden, ob die höhere Inflation temporär ist oder ob der Preisdruck breiter in die Wirtschaft gelangt.
Für Kevin Warsh war dies gleich eine Feuertaufe. Er übernahm kürzlich das Amt von Jerome Powell und musste bei seiner ersten Zinsentscheidung direkt zwischen Inflation, geopolitischer Unsicherheit und politischem Druck aus dem Weißen Haus navigieren.
Präsident Trump fordert schon lange niedrigere Zinsen. Niedrigere Zinsen machen das Leihen günstiger, können die Wirtschaft unterstützen und senken die Finanzierungskosten der US-Staatsverschuldung. Doch für die Fed ist das kein entscheidendes Argument.
Die Notenbank muss die Inflation in Richtung zwei Prozent zurückführen. Wenn die Zinsen zu schnell gesenkt werden, könnte die Inflation gerade wieder hartnäckig werden.
Warsh ist bekannt dafür, dass er die Inflation genau im Blick hat. Gleichzeitig hat er früher signalisiert, dass Zentralbanken temporäre Preisschocks manchmal ignorieren können. Genau deshalb war sein Ton heute Abend wichtig. Investoren wollten hören, ob er die steigenden Energiepreise als temporäre Folge des Krieges betrachtet oder als ein Signal, dass die Zinsen länger hoch bleiben müssen.
Noch vor nicht allzu langer Zeit rechneten die Märkte mit Zinssenkungen. Diese Einschätzung hat sich durch den Krieg im Iran völlig gewandelt. Höhere Ölpreise haben die Inflationserwartungen auf den Kopf gestellt. Daher lautet die Frage nicht mehr, wann die Fed die Zinsen senken wird, sondern ob später in diesem Jahr eine Erhöhung notwendig wird.
Auch die Europäische Zentralbank hat letzte Woche bereits gebremst. Die EZB erhöhte den Leitzins auf 2,25 Prozent, da der Krieg im Nahen Osten die Energiepreise und damit die Inflation anheizt.
Die Fed schlägt vorerst einen anderen Kurs ein. Keine Anhebung, aber auch keine Senkung. Damit versucht Warsh, Zeit zu gewinnen.
Die kommenden Monate werden dadurch besonders wichtig. Bleibt der Ölpreis hoch und geben Unternehmen höhere Kosten weiter, könnte der Druck auf die Fed steigen, doch noch einzugreifen. Vor allem, weil der amerikanische Arbeitsmarkt vorerst stark bleibt. Solange die Beschäftigung stabil bleibt, hat die Notenbank mehr Spielraum, die Zinsen hoch zu halten.
Für Anleger dreht sich nun alles um die neuen Prognosen und die Zinserwartungen der Fed. Sollten sich Zinssenkungen weiter aus dem Fokus rücken, könnte das erhebliche Auswirkungen auf Aktien, Anleihen und den Dollar haben.
Die Zinspause selbst war keine Überraschung. Doch die Botschaft dahinter ist deutlich spannender. Die Fed ist noch nicht fertig im Kampf gegen die Inflation, und unter Warsh scheint die Zinspolitik weniger vorhersehbar zu werden, als es Anleger gewohnt waren.
Warsh zeigt sich bei seiner ersten Pressekonferenz mit einer entschiedenen Haltung zur Inflation und kündigt umfassende Änderungen bei der Fed an.
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