Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA möchte privaten Anlegern regulierten Zugang geben zu kryptobezogenen Anlageprodukten. Am 6. Juni gab die Behörde bekannt, dass sie das Verbot von Exchange-Traded Notes (ETNs) mit Kryptowährungen als Basiswert aufheben möchte.
FCA möchte Krypto-ETNs an anerkannten Börsen zulassen
Wenn der Vorschlag genehmigt wird, dürfen private Anleger im Vereinigten Königreich bald in Krypto-ETNs über anerkannte Börsen wie die London Stock Exchange investieren. Bis jetzt waren diese Produkte ausschließlich für professionelle Akteure verfügbar.
ETNs sind börsennotierte Schuldinstrumente, die den Preis von digitalen Vermögenswerten wie Bitcoin (BTC) nachverfolgen, ohne dass der Anleger die Kryptowährung selbst besitzen muss. Bekannte Anbieter wie 21Shares, WisdomTree, Invesco und ByteTree haben bereits solche Produkte gelistet, die nun auch für das breitere Publikum verfügbar werden.
Die Aufsichtsbehörde stellt jedoch klare Bedingungen. Nur ETNs, die den britischen Werberichtlinien entsprechen und an regulierten Börsen gehandelt werden, kommen in Frage. Auch müssen Risiken klar kommuniziert werden und aggressive Marketingmethoden bleiben verboten.
Was sind ETNs und wie unterscheiden sie sich von ETFs?
ETNs ähneln in der Nutzung den ETFs, sind jedoch unbesicherte Darlehen, die von Finanzinstitutionen ausgegeben werden. Anleger erhalten kein direktes Eigentum an der zugrunde liegenden Krypto, sondern folgen nur den Preisschwankungen. Die Erfahrung ähnelt der eines ETFs, mit einem eigenen Ticker und Echtzeit-Handelbarkeit, aber mit einem anderen Risikoprofil.
Laut ByteTree-Gründer Charlie Morris ist der Schritt der FCA positiv: „Ich bin erfreut, dass das Verbot von Krypto-ETNs für Retailanleger aufgehoben wird. Dies ist ein wichtiger Schritt nach vorne.“
Spot ETFs bleiben vorläufig verboten im VK
Der Vorschlag der FCA macht keinen Raum für Spot Bitcoin ETFs, wie sie in den Vereinigten Staaten bereits genehmigt wurden. Produkte wie BlackRock’s IBIT bleiben daher vorläufig für britische Anleger unerreichbar.
Dennoch wird die Entscheidung als wichtige Verschiebung gesehen. Es ist das erste Mal, dass die FCA privaten Anlegern regulierten Zugang zu krypto-bezogenen Produkten geben möchte. Damit rückt ein breiterer Krypto-Zugang innerhalb des Finanzsystems einen Schritt näher.
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