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Heute vor genau einem Jahr wurde Donald Trump zum zweiten Mal als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Seitdem verfolgt das Weiße Haus einen radikal anderen Kurs als unter seinem Vorgänger. Während Krypto einst als Bedrohung galt, steht es nun überraschend weit oben auf der Agenda. Was hat sich im vergangenen Jahr alles verändert?
Trump war nicht immer ein Befürworter von Krypto. In seiner ersten Amtszeit (2017–2021) bezeichnete Trump Kryptowährungen noch als Bedrohung für den US-Dollar. Bitcoin (BTC) sei seiner Meinung nach „heiße Luft“ und die Blockchain-Technologie würde vor allem Kriminellen helfen.
Während seiner Präsidentschaftswahlkampfs 2024 vollzog er jedoch eine komplette Kehrtwende. Er bekannte sich explizit zu Krypto, bezeichnete sich selbst als „Krypto-Präsident“ und versprach, der Regulierung ein Ende zu setzen, die er unter Präsident Biden als „beklemmend“ empfand.
Bereits kurz vor seiner Amtseinführung war dieser Kurswechsel spürbar. Trump und seine Frau lancierten ihren eigenen Kryptotoken. Die Memecoin von Donald Trump selbst erreichte innerhalb von zwei Tagen eine Marktkapitalisierung von 14,5 Milliarden Dollar. Davon ist jetzt nur noch wenig übrig, mit einem aktuellen Wert von unter 1 Milliarde Dollar.
Sein Krypto-Versprechen setzte Trump direkt um: Am 23. Januar 2025, nur drei Tage nach seiner Amtseinführung, unterzeichnete er die Executive Order 14179. Diese Order hob frühere Maßnahmen von Biden auf und leitete eine aggressive Pro-Krypto-Politik ein.
Kurz darauf stellte die Securities and Exchange Commission (SEC), die US-Börsenaufsicht, sage und schreibe 89 laufende Durchsetzungsverfahren gegen Krypto-Unternehmen ein. Das bekannteste war das Verfahren gegen Ripple. Dessen digitale Währung, XRP, wurde unter der Biden-Administration noch als Wertpapier (Security) eingestuft.
Unter Trump kam es zu einem Wendepunkt: Beide Parteien zogen ihre Berufungen zurück. Dadurch erhielt XRP endlich Klarheit, was sich auch im Kurs widerspiegelte, der erstmals seit acht Jahren ein neues Allzeithoch erreichte.
Banken durften unter Trump ebenfalls wieder digitale Vermögenswerte verwalten. Gleichzeitig wurde ein Verbot für eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) erlassen, um zu verhindern, dass die Regierung direkte Kontrolle über den Zahlungsverkehr der Bürger erlangt.
Auch die Gesetzgebung folgte schnell. Im März wurde eine ‚Strategic Bitcoin Reserve‘ angekündigt: Die US-Regierung würde ihre beschlagnahmten Bitcoins als strategisches Langfristvermögen halten. Aktive BTC-Käufe gibt es noch nicht, aber Finanzminister Scott Bessent hat die Tür dafür offen gelassen.
Im Juli wurde der GENIUS Act verabschiedet, das erste Bundesgesetz speziell für Stablecoins. Damit erhielten Emittenten wie Circle und Tether klare Richtlinien sowie Zugang zum regulären Banksystem. Nach Angaben des Weißen Hauses ist dieses Gesetz entscheidend, um die digitale Relevanz des Dollars zu wahren.
Bei der SEC übernahm zudem Paul Atkins das Ruder, ein bekannter Krypto-Befürworter. Unter seiner Leitung wurden Regelungen umgesetzt, durch die Krypto-ETFs (Exchange-Traded Funds) beschleunigt zugelassen werden. Dies macht sich bemerkbar: Neben Bitcoin- und Ethereum-Fonds wurden unter anderem auch ETFs für Solana (SOL), Chainlink (LINK) und XRP aufgelegt.
Ein weiteres wichtiges Gesetz, der CLARITY Act, befindet sich in Vorbereitung. Dieser Gesetzentwurf soll im weiteren Jahresverlauf im Senat behandelt werden. Die Abstimmung war ursprünglich für die vergangene Woche geplant, wurde jedoch verschoben.
Obwohl die Krypto-Politik in der Branche sehr positiv aufgenommen wird, behaupten Kritiker, dass Trump selbst erheblich davon profitiert. Berichten aus dem August zufolge soll er bereits 2,4 Milliarden Dollar an Krypto-Einnahmen erzielt haben.
Auch seine Söhne sind an Blockchain-Initiativen beteiligt, darunter World Liberty Financial (WLFI). Die Verflechtung zwischen Politik und spekulativen Krypto-Unternehmungen wirft Fragen bezüglich möglicher Interessenkonflikte auf.
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