Keine 24 Stunden nachdem der US-Finanzminister Scott Bessent in einem Interview gesagt hatte, dass die USA keine zusätzlichen Bitcoin (BTC) kaufen würden, ruderte er am Donnerstagabend zurück. Damit öffnet er die Tür wieder einen Spalt für neue Käufe, was im Widerspruch zu seinen früheren Aussagen und unserem Bericht von gestern steht.
Von ‘keinen Käufen’ zu neuen Möglichkeiten
Gestern sagte Bessent in einem Interview mit Fox Business noch, dass die strategische Bitcoin-Reserve nur mit Coins aufgefüllt würde, die die Regierung beschlagnahmt hat. Neue Käufe? Die konnten wir vorerst vergessen.
Diese Nachricht traf den Markt wie eine kalte Dusche. Zumal Bitcoin am selben Tag noch ein Rekordhoch von fast 124.500 Dollar markierte, um danach aufgrund enttäuschender Inflationszahlen stark zurückzufallen.
Aber später am Tag änderte sich der Ton plötzlich. Auf X ließ Bessent wissen, dass sein Ministerium “dazu verpflichtet ist, budgetneutrale Optionen zu prüfen, um zusätzliche Bitcoin zu kaufen und die Reserve auszubauen”. Mit anderen Worten: Solange es den Steuerzahler nichts kostet – etwa durch den Verkauf anderer Vermögenswerte – bleiben zusätzliche Käufe weiterhin auf dem Tisch.
Politischer Hintergrund und Kursauswirkungen
Der Plan für eine strategische Bitcoin-Reserve wurde im März in einem präsidentiellen Erlass von Donald Trump festgehalten. Die Grundlage bilden BTC aus Beschlagnahmungen, darunter ein großer Teil aus dem berüchtigten Silk-Road-Fall. Im Rahmen des Erlasses war jedoch Spielraum für Käufe ohne Nettohaushaltskosten vorgesehen.
Das Timing von Bessents Kehrtwende ist auffällig. Der Bitcoin-Kurs lag am Donnerstagabend bei etwa 118.000 Dollar, gut 6.000 Dollar unter dem Hoch früher am Tag. Der Rückgang war vor allem auf eine höher als erwartet ausgefallene Produzentenpreisinflation (PPI) zurückzuführen, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch die Federal Reserve im September geringer erscheint.
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