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Das US-Finanzministerium greift am Anleihemarkt ein – und sorgt damit für kräftige Gewinne bei Aktien, Edelmetallen und Kryptowährungen. Die Sorgen über historisch hohe Renditen weichen der Erleichterung. Entscheidend ist dabei weniger der Umfang der Maßnahme als das Signal, das Washington damit sendet.
Das US-Finanzministerium verdoppelt die Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen von 2 auf mindestens 4 Milliarden Dollar je Operation. Der Schritt kam überraschend, kurz nachdem die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen den höchsten Stand seit 2007 erreicht hatte.
Diese Rendite fiel umgehend um 1,48 Prozent auf 5,19 Prozent. Auch die Renditen zehn- und zwanzigjähriger Anleihen gaben deutlich nach. Entsprechend geriet auch der Dollar kräftig unter Druck, weil sich der Zinsabstand zu anderen Ländern plötzlich verringert.

Um große Summen geht es nicht. Die Rückkäufe machten im vergangenen Jahr rund 0,6 Prozent der ausstehenden Staatsschulden aus. Selbst nach der Verdopplung verschwindet damit nur ein Bruchteil eines Schuldenbergs, der sich 40 Billionen Dollar nähert.
Die Botschaft wiegt schwerer als der Betrag. Das Ministerium zeigt, dass es eingreift, sobald die langfristigen Renditen zu stark steigen – eigentlich eine Aufgabe der Zentralbank. Bleiben die Renditen hoch, rechnet der Markt schlicht mit dem nächsten Eingriff.
Der starke Renditeanstieg hat vor allem damit zu tun, dass Washington immer mehr Schuldpapiere an den Markt bringt. Zugleich preisen Anleger höhere Inflation ein, während Tech-Konzerne am selben Anleihemarkt Kapital nachfragen.
Die Folgen zeigen sich auf zwei Ebenen. Washington muss höhere Zinsen zahlen, wodurch das Defizit wächst und noch mehr Anleihen ausgegeben werden müssen. Für Investoren steigt zugleich die Messlatte, weil Staatsanleihen als risikofreie Anlage gelten.
Entsprechend deutlich fallen die Gewinne an den Finanzmärkten aus.
Besonders am Edelmetallmarkt geht es spürbar nach oben. Gold steigt um mehr als 2 Prozent auf den höchsten Stand seit dem 5. Juni. Silber liegt 1,50 Prozent im Plus.
Die Futures auf den S&P 500 legten um rund 0,50 Prozent zu, während der Nasdaq einen Großteil der Bewegung bereits wieder abgegeben hat.
Auch Bitcoin stieg um mehr als 1 Prozent auf über 65.000 Dollar – erstmals seit vergangenem Montag. Derzeit sieht es danach aus, als würde der Kurs aus dem symmetrischen Dreieck ausbrechen, mit einem Kursziel von 67.000 Dollar.

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