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Das Blockchain-Analysehaus TRM Labs erklärt, dass die Kryptobörse HTX seit den britischen Sanktionen im Mai ihre Wallet-Infrastruktur umfassend umgebaut hat. Nach Angaben des Analysehauses werden Wallet-Adressen auf mehreren Blockchains laufend ausgetauscht. Dadurch könnten klassische Sanktionsprüfungen an Wirkung verlieren.

HTX weist diese Einschätzung zurück und erklärt, die Änderungen dienten ausschließlich der Verbesserung der Plattform-Sicherheit.

Wallets verschwinden laut TRM binnen weniger Stunden

In einem Bericht vom 21. Juli schreibt TRM Labs, dass HTX regelmäßig Hot Wallets und Finanzierungsadressen auf TRON, Ethereum, BNB Smart Chain und Solana austauscht. Eine Hot Wallet ist eine mit dem Internet verbundene digitale Wallet, die für die schnelle Abwicklung von Transaktionen genutzt wird.

Nach Darstellung von TRM begann diese Praxis, nachdem das Vereinigte Königreich am 26. Mai Sanktionen gegen Huobi Global S.A. verhängt hatte. Einige Wallet-Adressen seien nur wenige Stunden aktiv, bevor Guthaben an neue Adressen weitergeleitet würden.

Dadurch tauchen nach Angaben von TRM viele aktive Wallets nicht auf bestehenden Sanktionslisten auf. Ari Redbord, Leiter für Politikfragen bei TRM, zufolge wechselt HTX seine Wallets „alle paar Stunden“. Unternehmen, die ausschließlich bekannte Wallet-Adressen prüfen, könnten Transaktionen deshalb unter Umständen nicht rechtzeitig erkennen.

TRM fordert andere Sanktionsprüfungen

Nach Einschätzung von TRM reichen klassische Screening-Methoden nicht aus, wenn Wallet-Adressen fortlaufend wechseln. Das Analysehaus plädiert daher für eine verhaltensbasierte Überwachung, bei der nicht nur einzelne Wallet-Adressen betrachtet werden, sondern auch Transaktionsströme und die Beziehungen zwischen Wallets.

Auf Basis solcher Muster ließen sich neue Wallet-Adressen schneller einer bekannten Partei zuordnen.

HTX weist Vorwürfe zurück

HTX widerspricht den Schlussfolgerungen von TRM. Ein Sprecher bezeichnet die Wallet-Wechsel als „routinemäßige, sicherheitsorientierte Plattformprozesse“, die nach Darstellung der Börse in der Kryptobranche üblich seien.

Die Börse betont, die Änderungen seien nicht darauf ausgerichtet, Sanktionsprüfungen zu umgehen. Zugleich erklärt HTX, sich an die Gesetze und Vorschriften in den Ländern zu halten, in denen das Unternehmen tätig ist.

Die Debatte folgt auf die britischen Sanktionen gegen Huobi Global S.A. Nach Angaben der britischen Behörden soll das Unternehmen Finanzdienstleistungen für Parteien mit Verbindungen zu Russland erbracht haben. HTX hatte zuvor argumentiert, Huobi Global S.A. sei rechtlich vom Handelsplatz getrennt. Die britischen Behörden halten die Sanktionen wegen der Eigentümerstruktur jedoch auch für HTX für anwendbar.

Hinzu kommt ein laufendes Verfahren der britischen Financial Conduct Authority (FCA). Die Aufsichtsbehörde wirft HTX vor, trotz früherer Warnungen Finanzwerbung an Verbraucher im Vereinigten Königreich gerichtet zu haben.

Debatte über Sanktionsmonitoring verschärft sich

Nach Einschätzung von TRM zeigt der Fall, dass klassische Sanktionslisten an Wirksamkeit verlieren können, wenn Kryptobörsen ihre Wallet-Infrastruktur fortlaufend anpassen.

Auch andere Blockchain-Analyseunternehmen verfolgen die Transaktionsströme von HTX. Global Ledger hatte zuvor gemeldet, Transaktionen im Umfang von mehreren Milliarden Dollar identifiziert zu haben, die das Unternehmen als Hochrisiko einstuft. Auch diese Befunde hat HTX bestritten.

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