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Sollten die Worte von Satoshi Nakamoto für Bitcoin (BTC) noch immer als Richtschnur gelten? Nach Ansicht von Bitcoin-Pionier und Blockstream-Chef Adam Back nicht.

Eine alte Debatte über die Skalierbarkeit des Netzwerks ist erneut aufgeflammt. Dabei werden Aussagen von Satoshi aus den Jahren 2008, 2009 und 2010 als Beleg angeführt. Back hält das für problematisch. Aus seiner Sicht widersprach sich der mysteriöse Bitcoin-Erfinder mitunter selbst und lag auch nicht immer richtig.

Die Diskussion kam wieder in Gang, nachdem alte Beiträge von Satoshi in sozialen Netzwerken geteilt worden waren. Befürworter größerer Bitcoin-Blöcke sehen darin einen Hinweis darauf, dass der Bitcoin-Erfinder selbst Spielraum für eine höhere Netzwerkkapazität sah.

Alte Aussage von Satoshi Nakamoto rückt wieder in den Fokus

Im Mittelpunkt steht unter anderem ein Beitrag, den Satoshi im Oktober 2010 auf BitcoinTalk veröffentlichte. Damals wurde eine Änderung vorgeschlagen, mit der die maximale Größe von Bitcoin-Blöcken angehoben werden sollte.

Satoshi lehnte die vorgeschlagene Anpassung zu diesem Zeitpunkt ab. Er warnte, dass Nutzer der betreffenden Softwareversion nicht länger mit dem übrigen Bitcoin-Netzwerk kompatibel wären. Zugleich schloss er eine spätere Änderung nicht aus.

„Wir können später schrittweise eine Änderung vornehmen, wenn wir dem Punkt näher kommen, an dem sie erforderlich wird“, schrieb Satoshi.

Sinngemäß stellte er damit in Aussicht, dass eine Anpassung später behutsam eingeführt werden könnte, falls Bitcoin tatsächlich an seine Grenzen stoßen sollte.

Auch ein Beitrag aus dem Dezember 2009 wird erneut herangezogen. Darin schrieb Satoshi über die rasante Entwicklung von Computerhardware. Er erwartete, dass die für den Download der Blockchain benötigte Zeit innerhalb von etwa acht Monaten ihren Höchststand erreichen würde, weil die Rechenleistung nach dem Mooreschen Gesetz schneller wachsen sollte als die Blockchain.

Befürworter größerer Blöcke werten solche Äußerungen als Hinweis darauf, dass Satoshi davon ausging, Bitcoin könne mit der verfügbaren Technologie mitwachsen.

Adam Back: Satoshi widersprach sich selbst

Back teilt diese Deutung nicht. Auf X reagierte er zunächst schlicht mit „nein“ und erläuterte anschließend ausführlicher, warum alte Aussagen von Satoshi aus seiner Sicht keine endgültige Antwort liefern.

„Satoshi hat vieles gesagt, und manches davon passte nicht zusammen. Dazu gehört seine eher vorsichtige Entgegnung auf James Donalds Kritik vom ersten Tag, Bitcoin könne niemals skalieren, ebenso wie spätere Aussagen über nicht skalierbare Blockchains, Second-Layer-Lösungen und Bitcoin-Banken. Und manchmal lag er schlicht falsch.“

Back zufolge hat Satoshi im Laufe der Zeit unterschiedliche Positionen vertreten, die sich teils widersprechen. Zudem habe sich der Bitcoin-Erfinder in manchen Punkten einfach geirrt.

Back verweist dabei auf eine noch ältere Diskussion aus dem November 2008. Der Kryptograf James A. Donald stellte damals die Skalierbarkeit von Bitcoin infrage. Satoshi antwortete, dass das Netzwerk bei ausreichendem Wachstum letztlich zunehmend Spezialisten mit großen Serverfarmen und spezialisierter Hardware überlassen werde.

Dieses Bild lässt sich nur schwer mit der Deutung vereinbaren, immer größere Blöcke könnten ohne Weiteres von jedem Nutzer verarbeitet werden.

Auch Satoshis Prognose zur Hardware erwies sich im Rückblick als zu optimistisch. Die Bitcoin-Blockchain ist inzwischen mehrere Hundert Gigabyte groß. Der vollständige Download und die Verifikation der Blockchain blieben damit deutlich aufwendiger, als Satoshi in den Anfangsjahren erwartet hatte.

Wer bestimmt am Ende die Zukunft von Bitcoin?

Für Back berührt die Debatte daher eine grundsätzlichere Frage: Sollten Entwickler bei jeder Diskussion über Bitcoin versuchen zu ermitteln, was Satoshi gewollt hätte?

Seine Antwort fällt eindeutig aus. Nach Ansicht des Blockstream-Chefs sollten Entwickler aus grundlegenden Prinzipien heraus selbst abwägen, was gut für Bitcoin ist, statt alte Satoshi-Beiträge als entscheidenden Beleg heranzuziehen.

Diese Haltung passt zu früheren Aussagen von Back. Er wandte sich bereits gegen Argumente für eine Anhebung der maximalen Menge von 21 Millionen BTC. Außerdem hat er vertreten, Bitcoin sei eher entdeckt als erfunden worden. Damit stellt er das Protokoll über die Person, die es ursprünglich vorgestellt hat.

Die Identität von ⁠Satoshi Nakamoto ist bis heute unbekannt. Seine alten E-Mails und Forenbeiträge spielen dennoch immer wieder eine wichtige Rolle in Debatten über die Zukunft von Bitcoin. Back misst diesen Beiträgen historischen Wert bei, sieht in ihnen aber nicht automatisch das letzte Wort.

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