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Anthropic, das KI-Unternehmen hinter dem Chatbot Claude, bereitet einen Börsengang vor, der sämtliche Rekorde brechen könnte. Insidern zufolge sondiert das Unternehmen, wie viel Kapital es bei seinem Börsendebüt einwerben kann. Die Messlatte liegt dabei auffallend hoch: Anthropic hält es für möglich, den Rekord-Börsengang von SpaceX zu erreichen oder sogar zu übertreffen.
Die Pläne könnten rasch konkret werden. Anthropic könnte seinen Börsengang möglicherweise noch Ende dieses Monats offiziell ankündigen. Quellen zufolge peilt das Unternehmen Erlöse von mindestens 75 Milliarden Dollar an. Diese Summe nahm SpaceX zunächst bei seinem Börsendebüt ein. Durch den Verkauf zusätzlicher Aktien stieg das Gesamtvolumen schließlich auf 86,2 Milliarden Dollar.
Die enormen Ambitionen von Anthropic hängen mit dem rasanten Wachstum des KI-Sektors zusammen. Anleger stecken große Summen in Unternehmen, die bei der Entwicklung fortgeschrittener KI-Modelle eine führende Rolle spielen.
Anthropic sammelte im Mai noch 65 Milliarden Dollar ein – bei einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar. Damit lag die Bewertung sogar über der von OpenAI, das im März mit 852 Milliarden Dollar bewertet wurde.
Auch der Umsatz von Anthropic wächst rasant. Im zweiten Quartal lag der vorläufige Umsatz bei mehr als 11,5 Milliarden Dollar. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 waren es erst 787 Millionen Dollar.
Ende Juli lag der sogenannte annualisierte Umsatz sogar bei 65 Milliarden Dollar. Dabei wird der Umsatz eines kürzeren Zeitraums auf ein Gesamtjahr hochgerechnet.
Dieses Wachstum bedeutet nicht, dass Anthropic bereits dauerhaft profitabel ist. Zwar erzielte das Unternehmen im zweiten Quartal ein positives bereinigtes Betriebsergebnis, über das Gesamtjahr 2025 fiel jedoch ein Nettoverlust von fast 42 Milliarden Dollar an. Ein Jahr zuvor hatte der Verlust bei rund 8,3 Milliarden Dollar gelegen.
Die hohen Verluste zeigen, wie viel Kapital nötig ist, um in der KI-Konkurrenz mithalten zu können. Das Training und der Betrieb der leistungsfähigsten KI-Modelle erfordern enorme Rechenleistung und große Rechenzentrumskapazitäten.
Anthropic hat etwa eine Vereinbarung mit SpaceX über Rechenleistung geschlossen, die in den kommenden drei Jahren ein Volumen von mehreren zehn Milliarden Dollar erreichen könnte.
Gerade dieser enorme Kapitalbedarf macht einen Börsengang wichtig. Zudem arbeitet Anthropic an einer revolvierenden Kreditfazilität, mit der das Unternehmen voraussichtlich mehr als die angestrebten 10 Milliarden Dollar aufnehmen kann.
Für den Börsengang arbeitet das Unternehmen mit Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan Chase zusammen. Weitere Banken könnten später hinzukommen.
Wenn die Pläne umgesetzt werden, könnte Anthropic seinem großen Rivalen OpenAI zuvorkommen. Den vorliegenden Informationen zufolge haben Anthropic und OpenAI beide vertraulich Unterlagen für einen Börsengang eingereicht; OpenAI peilt derzeit allerdings offenbar eine Börsennotierung im Jahr 2027 an.
Anthropic erwägt außerdem eine Aktienstruktur, die dem Gründer und CEO Dario Amodei sowie den anderen Mitgründern nach dem Börsengang zusätzliche Kontrolle sichert. Amodei hält derzeit rund zwei Prozent des Unternehmens.
Ein Börsengang mit einem Volumen von mehr als 75 Milliarden Dollar wäre nicht nur für Anthropic ein Rekord. Auch der US-Markt für Börsengänge steuert auf ein historisches Jahr zu. Neu börsennotierte Unternehmen haben bis einschließlich 19. August bereits 160,6 Milliarden Dollar eingesammelt. Der Rekord aus dem Jahr 2021 liegt bei 195,2 Milliarden Dollar.
Die endgültige Größe und die Konditionen des Börsengangs stehen noch nicht fest. Die Gespräche dauern an, und Anthropic hat die Pläne bislang nicht öffentlich bestätigt.
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