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Cardano-Gründer Charles Hoskinson warnt die Europäer vor möglichen Folgen des digitalen Euro. Nach seiner Einschätzung könnte die digitale Währung der Europäischen Zentralbank künftig dazu dienen, festzulegen, welche Transaktionen Bürger durchführen dürfen und welche nicht.

Die aktuellen europäischen Pläne schließen solche programmierbaren Beschränkungen ausdrücklich aus. Hoskinson hält diesen Schutz jedoch für unzureichend, solange er nicht verbindlich gesetzlich verankert ist.

Der Gründer von Cardano (ADA) äußerte seine Bedenken beim Future of Money, Governance & the Law Summit in New York. Die Veranstaltung fand am Hauptsitz der Vereinten Nationen statt.

Hoskinson warnt vor Kontrolle durch den digitalen Euro

Hoskinson erklärte, er vertraue der Europäischen Union beim digitalen Euro nicht. Er befürchtet, dass eine digitale Zentralbankwährung langfristig zu einem System werden könnte, mit dem Finanztransaktionen umfassend überwacht und eingeschränkt werden.

Dazu beschrieb er ein konkretes Zukunftsszenario: Obwohl jemand genügend Geld auf dem Konto habe, könnte ihm der Kauf von Kraftstoff verweigert werden, weil eine vorab festgelegte monatliche Obergrenze erreicht sei.

Nach Hoskinsons Darstellung könnte eine Kartenzahlung an der Tankstelle trotz eines Kontoguthabens von 2.000 Euro abgelehnt werden. Das System könnte dann anzeigen, dass der Kunde in diesem Monat bereits 50 Liter Kraftstoff gekauft habe und deshalb keinen weiteren mehr erwerben dürfe.

Hoskinson hält solche Beschränkungen in etwa zehn Jahren für möglich. Er spricht in diesem Zusammenhang von Diskriminierung aufgrund von Vermögen und Transaktionen.

Seine Forderung an die europäischen Entscheidungsträger: Wenn die Europäische Union solche Beschränkungen nicht einführen wolle, müsse sie deren Ausschluss gesetzlich festschreiben.

EU-Pläne schließen programmierbares Geld aus

Hoskinsons Warnung steht im Gegensatz zu den aktuellen Plänen der Europäischen Kommission. Ihr Vorschlag aus dem Jahr 2023 sieht ausdrücklich vor, dass der digitale Euro kein programmierbares Geld sein soll.

Programmierbares Geld ließe sich beispielsweise so gestalten, dass bestimmte Beträge nur für festgelegte Produkte ausgegeben werden dürfen. Solche Beschränkungen sind im aktuellen Vorschlag für den digitalen Euro nicht vorgesehen.

Auch Fabio Panetta, damals Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, erklärte 2023 gegenüber europäischen Gesetzgebern, die Zentralbank wolle nicht bestimmen, wo, wann oder an wen Menschen ihre digitalen Euro ausgeben dürfen.

Hoskinson reichen diese Zusicherungen nicht aus. Die Verhandlungen über die endgültige Gesetzgebung sind noch nicht abgeschlossen. Daher stehen aus seiner Sicht auch die Garantien noch nicht endgültig fest.

Das Europäische Parlament stimmte am 9. Juli mit 416 zu 169 Stimmen für die Aufnahme von Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission. Eine dritte Verhandlungsrunde endete am 30. September ohne Einigung. Offen blieben unter anderem die Kosten für Händler und mögliche Obergrenzen für Guthaben in digitalen Euro.

Digitaler Euro könnte 2029 eingeführt werden

Die Entwicklung des digitalen Euro geht unterdessen weiter. Die Europäische Zentralbank will Ende 2027 eine zwölfmonatige Testphase beginnen. Eine mögliche offizielle Einführung ist nach der aktuellen Planung für 2029 vorgesehen.

Hoskinson sieht in Blockchaintechnologien mit Schwerpunkt auf Datenschutz eine mögliche Alternative zu Systemen, bei denen Nutzer auf das Vertrauen in Regierungen und Finanzinstitute angewiesen sind. In seiner Rede verwies er auf Midnight, ein auf Datenschutz ausgerichtetes Netzwerk, das eng mit dem Cardano-Ökosystem verbunden ist.

In den Vereinigten Staaten wird unterdessen über einen anderen Kurs diskutiert. Der US-Senat hat der Quelle zufolge ein befristetes Verbot einer digitalen Zentralbankwährung beschlossen. Es gilt bis 2030.

Die kommenden europäischen Verhandlungen sind damit entscheidend für einen der größten Streitpunkte rund um den digitalen Euro: Welche Garantien erhalten Bürger, dass ihr digitales Geld nicht dazu genutzt werden kann, ihre Ausgaben einzuschränken?

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