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Südkorea bereitet einen wichtigen Schritt zur Tokenisierung vor. Die Finanzaufsicht FSC will ab dem 4. Februar 2027 erlauben, dass unter anderem Aktien, Anleihen, Fonds und andere Wertpapiere in digitaler Form über eine Blockchain-Infrastruktur ausgegeben und gehandelt werden.
Die Pläne haben Gewicht: Südkorea verfügt über einen der größten Kapitalmärkte Asiens. Allein die börsennotierten Aktien hatten 2026 einen Gesamtwert von rund 4,89 Billionen Dollar. Die neuen Regeln bedeuten allerdings nicht, dass sämtliche Vermögenswerte ab dem kommenden Jahr unmittelbar auf die Blockchain übertragen werden. Die Einführung beginnt bewusst in begrenztem Umfang.
In der ersten Phase konzentriert sich Südkorea vor allem auf institutionelle Anleger. Vorgesehen sind unter anderem private Geldmarktfonds, Anleihen und bestimmte nicht börsennotierte Aktien. Auch sogenannte Bruchteilinvestitionen, bei denen ein Vermögenswert in kleinere Anteile aufgeteilt wird, sind Teil des Vorhabens.
Bei der Tokenisierung wird ein herkömmliches Finanzprodukt digital abgebildet und lässt sich so auf einer Blockchain-Infrastruktur erfassen und übertragen. Ausgabe, Eigentumsverwaltung und Handel könnten dadurch effizienter werden.
Die Regierung will die bestehenden Finanzvorschriften dabei weitgehend beibehalten. Die Blockchain soll also nicht dazu dienen, die Aufsicht zu umgehen, sondern als neue technische Grundlage innerhalb des bestehenden regulierten Systems eingesetzt werden.
Unternehmen, die selbst tokenisierte Wertpapiere ausgeben und Kundenkonten verwalten wollen, müssen unter anderem Kapitalanforderungen sowie Vorgaben zu Compliance und Technologie erfüllen. Für Privatanleger ist zudem eine jährliche Kaufobergrenze von rund 74.000 Dollar je Handelsplattform vorgesehen.
In einer späteren Phase könnte Südkorea auch Zahlungen und die Abwicklung von Transaktionen über Stablecoins zulassen. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Die FSC will zunächst den Verlauf der ersten Phase prüfen und wartet zudem auf weitere gesetzliche Regelungen für Stablecoins.
Gerade dieser Schritt könnte entscheidend sein. Dann wäre nicht nur das Wertpapier selbst digital auf einer Blockchain-Infrastruktur erfasst. Auch die Zahlung könnte über digitale Dollar oder andere Stablecoins erfolgen.
Südkorea folgt damit einem breiteren Trend: Traditionelle Finanzmärkte erproben zunehmend den Einsatz der Blockchain. Das Land arbeitet nun jedoch an einem formellen gesetzlichen Rahmen, der die Nutzung dieser Technologie im regulierten Kapitalmarkt ermöglichen soll.
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