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Venezuela will wieder Kontrolle über eine riesige Goldreserve erlangen, die seit Jahren in London blockiert ist. Regierung und Opposition des südamerikanischen Landes haben sich darauf verständigt, das Edelmetall bei der Bank of England zurückzufordern. Es geht um rund 31 Tonnen Gold im Wert von mehr als 4 Milliarden Dollar.

Das Gold ist seit Jahren Gegenstand eines juristischen und politischen Konflikts. Venezuela will es nun verkaufen, um den Wiederaufbau nach den schweren Erdbeben im Juni zu finanzieren, bei denen mehr als 6.000 Menschen ums Leben kamen.

Venezuela hat seit 2018 keinen Zugriff mehr auf das Gold

Die Goldreserve lagert in den Tresoren der Bank of England, der britischen Zentralbank. Seit 2018 kann Venezuela nicht mehr darauf zugreifen. Die britischen Behörden weigerten sich damals, die Regierung von Nicolás Maduro anzuerkennen.

Damit begann ein jahrelanger Streit darüber, wer tatsächlich über das Gold verfügen darf. Nun haben die venezolanische Regierung und die Opposition laut Financial Times vereinbart, gemeinsam die Rückgabe der Reserve anzustreben.

Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hat dazu einen Brief an König Charles geschickt. Darin bittet sie um die Rückgabe des Goldes. Auch die Vereinigten Staaten unterstützen die Gespräche zwischen Regierung und Opposition über die Goldreserve.

Es steht viel auf dem Spiel. Venezuela will das Gold verkaufen und den Erlös für den Wiederaufbau nach den verheerenden Erdbeben im Juni verwenden.

Bank of England verlangt zunächst juristische Klarheit

Ob Venezuela die 31 Tonnen Gold tatsächlich bald zurückerhält, ist weiter offen. Die Bank of England und die britische Regierung wollten sich gegenüber der Financial Times nicht zu dem Vorgang äußern.

Nach Angaben der Wirtschaftszeitung will die britische Zentralbank zunächst rechtliche Klarheit darüber, wem das Gold am Ende zusteht. Zu dieser Frage läuft seit längerer Zeit ein Rechtsstreit zwischen Venezuela und dem Vereinigten Königreich.

Dabei spielen auch Korruptionssorgen eine Rolle. Venezuela kämpft seit Langem mit Korruption in großem Ausmaß. Deshalb besteht die Sorge, dass ein Teil der Goldreserve oder der daraus erzielte Erlös veruntreut werden könnte.

Die Vereinbarung zwischen Regierung und Opposition räumt damit eine wichtige politische Hürde aus dem Weg. Sie bedeutet aber noch nicht, dass London das Gold tatsächlich freigibt. Zunächst muss geklärt werden, wer juristisch Anspruch auf die milliardenschwere Reserve erheben kann.

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