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Der Goldpreis könnte in den kommenden Jahren weiter zulegen – trotz höherer Zinsen in den USA. Wall-Street-Analyst Bob Brackett von Bernstein bleibt für das Edelmetall optimistisch und hat ein neues Kursziel für 2030 vorgelegt.
Auffällig ist, dass Bernstein die Prognose leicht gesenkt hat. Dennoch sieht die Investmentbank mehrere Gründe, warum Gold langfristig weiter steigen kann.
Brackett rechnet damit, dass Gold im Jahr 2030 einen Preis von 5.600 Dollar je Feinunze erreichen kann. Zuvor war der Analyst noch von 6.100 Dollar ausgegangen.
Die Senkung hängt vor allem mit den veränderten Zinserwartungen in den USA zusammen. Während Anleger zuvor noch mit Zinssenkungen gerechnet hatten, werden inzwischen weitere Zinserhöhungen durch die Federal Reserve eingepreist.
Auch der reale Zins, der die Inflation berücksichtigt, ist deutlich gestiegen. Bernstein zufolge erhöhte er sich von rund 1,7 Prozent zu Jahresbeginn auf 2,7 Prozent.
Normalerweise belastet das den Goldpreis. Das Edelmetall wirft selbst keine Zinsen ab. Je höher etwa die Renditen von US-Staatsanleihen sind, desto attraktiver werden sie im Vergleich zu Gold.
Trotzdem geht Bernstein davon aus, dass der Goldpreis in den kommenden Jahren weiter steigen kann. Nach Einschätzung der Analysten hat Gold in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es auch in Phasen höherer Zinsen widerstandsfähig bleiben kann.
Ein wichtiger Grund für den Optimismus ist die Nachfrage der Zentralbanken. Bernstein sieht ihre Goldkäufe als wichtigste strukturelle Stütze für den Goldpreis auf längere Sicht.
Nach Einschätzung der Investmentbank halten mehrere große Länder in ihren Reserven bislang vergleichsweise wenig Gold. In China, Japan und Saudi-Arabien besteht weniger als zehn Prozent der Reserven aus Gold.
Damit gibt es Bernstein zufolge Spielraum, die Goldbestände weiter auszubauen. Zentralbanken können ihre Reserven dadurch breiter streuen und ihre Abhängigkeit vom US-Dollar sowie von anderen großen Reservewährungen verringern.
Auch eine Studie des World Gold Council deutet auf ein anhaltendes Interesse an Gold hin. Aus der jüngsten Umfrage unter Zentralbanken geht hervor, dass eine klare Mehrheit im kommenden Jahr mit weiter steigenden weltweiten Goldreserven rechnet. Viele Zentralbanken erwarten zugleich, dass der Anteil der Reserven in US-Dollar sinkt.
Diese Entwicklung war in den vergangenen Jahren für den Goldmarkt von großer Bedeutung. Seit 2022 treten Zentralbanken als große Käufer des Edelmetalls auf. Ihre Käufe stützten den Goldpreis in Phasen, in denen höhere Anleiherenditen und Abflüsse aus Gold-ETFs eigentlich Gegenwind erzeugten.
Bernstein sieht auch klare Risiken für das Kursziel von 5.600 Dollar. Vor allem ein Rückgang der Goldkäufe durch Zentralbanken könnte das positive Szenario unter Druck setzen.
Hinzu kommen die hohen Energiepreise als Risikofaktor. Wenn teure Energie die Inflation hoch hält, könnte die Fed gezwungen sein, die Zinsen weiter anzuheben.
Das könnte wiederum die Renditen amerikanischer Anleihen und den Dollar weiter nach oben treiben. Beide Entwicklungen sind für Gold in der Regel ungünstig, weil Anlagen mit laufender Verzinsung dann attraktiver werden.
Vorerst sieht Bernstein jedoch noch keinen größeren Stimmungsumschwung. Anlagen in Gold-ETFs sind der Investmentbank zufolge in diesem Jahr relativ stabil geblieben, während sich der Goldpreis trotz der jüngsten Zinserhöhung der Fed gut behauptet.
In den kommenden Jahren dürfte daher vor allem die Nachfrage der Zentralbanken entscheidend bleiben. Solange Länder ihre Goldreserven weiter ausbauen und ihre Reserven breiter streuen wollen, sieht Bernstein Spielraum für einen weiteren Anstieg in Richtung des Kursziels von 5.600 Dollar im Jahr 2030.
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