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Das US-Justizministerium will Kryptowerte im Umfang von mehr als 25 Millionen Dollar beschlagnahmen, die nach Angaben der Behörden aus internationalem Anlagebetrug stammen. Die Vermögenswerte sollen über komplexe Transaktionen gewaschen worden sein, nachdem weltweit Tausende Opfer über gefälschte Online-Anlageplattformen betrogen worden waren.

Der Fall ist Teil einer breiter angelegten Kampagne, mit der die kriminellen Netzwerke hinter digitalem Betrug finanziell ausgetrocknet werden sollen.

Fünf Ermittlungen zu internationalem Betrug

Die Ermittlungen führte das Washington Field Office des US Secret Service gemeinsam mit der Cyber Fraud Task Force. Ermittler analysierten Hunderte Transaktionen, um die Geldflüsse nachzuzeichnen und die Vermögenswerte zu sichern.

Nach Angaben des Ministeriums gibt es Opfer in den Vereinigten Staaten, Kanada und mehreren weiteren Ländern. Sie wurden dazu gebracht, über Websites zu investieren, die sich als seriöse Anlageplattformen ausgaben. Tatsächlich flossen die eingezahlten Beträge auf Wallets, die von Kriminellen kontrolliert wurden.

Eine der größten Ermittlungen kam ins Rollen, nachdem kanadische Behörden Ende 2024 Informationen an ihre US-Kollegen weitergegeben hatten. In diesem Fall versucht die Justiz, rund 10,4 Millionen Dollar zurückzuholen.

Daneben läuft eine Untersuchung zu sogenanntem Pig-Butchering-Betrug. Dabei bauen Betrüger über soziale Medien oder Dating-Apps zunächst ein Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern auf und bewegen sie anschließend dazu, Geld über betrügerische Handelsplattformen zu investieren. In diesem Verfahren will die Justiz rund 12,1 Millionen Dollar beschlagnahmen.

Zudem gibt es mehrere kleinere Ermittlungen, darunter zu einer Recovery-Masche. Dabei werden frühere Opfer erneut kontaktiert und mit dem Versprechen gelockt, ihr verlorenes Geld zurückzuholen, sofern sie zunächst eine Gebühr zahlen. Die Hilfe bleibt aus, die Betroffenen werden ein zweites Mal ausgenommen.

Darin liegt zugleich die wichtigste Warnung aus dem gesamten Dossier: Wer gegen Bezahlung verspricht, gestohlene Kryptowährungen zurückzuholen, ist fast immer der nächste Betrüger.

Geldwäschenetzwerke führten über Südostasien

Nach Einschätzung der Ermittler wurden die Geldwäscheoperationen weitgehend aus Südostasien gesteuert. Digitale Beweise deuten auf Verbindungen zu Internetadressen unter anderem in China, Malaysia und Kambodscha hin.

Um die Herkunft der gestohlenen Kryptowerte zu verschleiern, nutzten die Verdächtigen mehrere Wallets und lange Transaktionsketten. Diese Strukturen erschwerten es erheblich, die Geldflüsse nachzuverfolgen und den endgültigen Bestimmungsort der Gelder festzustellen.

Taskforce sicherte bereits 800 Millionen Dollar

Die Beschlagnahmungen gehören zur Arbeit der Scam Center Strike Force, einer Spezialeinheit, die Ende 2025 eingerichtet wurde, um internationale Betrugsorganisationen aufzuspüren und kriminelle Erlöse zurückzuholen.

Nach Angaben des Ministeriums hat die Taskforce inzwischen mehr als 800 Millionen Dollar aus verschiedenen Betrugsermittlungen gesichert. Mit den neuen Verfahren will die Justiz nicht nur Opfern helfen, ihr Geld zurückzubekommen, sondern auch die finanzielle Infrastruktur hinter internationalem Anlagebetrug zerschlagen.

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