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Die US-Börsenfutures starten am Dienstag deutlich im Plus. Anleger scheinen die zunehmenden Spannungen um Iran vorerst auszublenden. Die Futures auf den Dow Jones legen um 0,30 Prozent zu, der S&P 500 gewinnt 0,40 Prozent, der Nasdaq 100 notiert sogar fast ein Prozent höher.
Am Montag hatten die großen US-Indizes noch nachgegeben. Der Dow verlor 0,59 Prozent, der S&P 500 sank um 0,19 Prozent, der Nasdaq schloss nahezu unverändert.
Der wichtigste Belastungsfaktor kam erneut vom Ölmarkt. Donald Trump schrieb auf Truth Social, Iran werde für den Tod von drei US-Soldaten bezahlen. Das verschärfte die Spannungen weiter und trieb den Ölpreis nach oben.
WTI schloss 0,9 Prozent höher bei 83,23 Dollar je Barrel. Brent eröffnete am Montag bei knapp 89 Dollar je Barrel. Das ist relevant, weil Öl derzeit die direkte Verbindung zwischen Geopolitik und Inflationserwartungen darstellt.

Solange Brent um die Marke von 90 Dollar handelt, fällt es Anlegern schwer, vollständig auf eine lockerere US-Notenbank zu setzen.
Auffällig war, dass Chipaktien am Montag einen Teil der deutlichen Verluste aus der Vorwoche wettmachen konnten.
Der VanEck Semiconductor ETF schloss leicht im Plus, gestützt von Micron und AMD. Das ist ein kleines positives Signal, aber noch kein Beleg dafür, dass die Korrektur beendet ist.

Der Chipsektor bleibt anfällig. Nach einer beeindruckenden Rally blickt der Markt deutlich kritischer auf KI-Ausgaben, Bewertungen und die Frage, ob sich die enormen Investitionen in Rechenzentren am Ende ausreichend auszahlen.
Einige starke Handelstage können helfen, doch der Sektor braucht mehr als eine technische Erholung.
In dieser Woche richtet sich der Blick auf die Unternehmensberichte. Anleger achten vor allem auf Alphabet, Tesla und IBM, weil dort viele offene Fragen zusammenlaufen.
Bei Alphabet geht es um das Wachstum im Cloudgeschäft, KI-Investitionen und Margen. Bei Tesla stehen Nachfrage, Margen und die Glaubwürdigkeit der breiteren KI- und Robotaxi-Strategie im Fokus.
Bei IBM schauen Anleger vor allem auf Software, KI-Dienstleistungen und darauf, ob Unternehmen ihre Technologieausgaben weiter erhöhen.
Die Messlatte liegt hoch. Starke Zahlen können den Markt stützen, reichen aber womöglich nicht aus, um eine neue Rally auszulösen. Anleger wollen vor allem hören, dass Unternehmen für die zweite Jahreshälfte nicht vorsichtiger werden.
Neben Öl und Quartalszahlen bleiben auch die Zinsen ein Problem. Weltweit bewegen sich die Renditen wieder in Richtung ihrer jüngsten Höchststände. Damit wird die Entscheidung zwischen Wachstum und laufenden Erträgen für Anleger schwieriger.
Wenn Anleihen attraktiver werden, müssen Aktien mehr liefern. Das gilt vor allem für teure Wachstumswerte und KI-Titel. Ihre Bewertungen hängen stark von der Erwartung ab, dass künftige Gewinne weiter kräftig steigen.
Höhere Zinsen legen diese Messlatte noch höher.
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