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Die Ukraine hat in der Nacht erneut zentrale Teile der russischen Energieinfrastruktur angegriffen. Nach Angaben des ukrainischen Militärs galten die Angriffe einer großen Ölraffinerie in der Region Krasnodar sowie einer Gasverarbeitungsanlage am Kaspischen Meer.
Die Angriffe treffen Russland zu einem heiklen Zeitpunkt. Eine Serie ukrainischer Attacken hat die Ölverarbeitung in Russland auf den niedrigsten Stand seit Jahren gedrückt. In mehreren Regionen gibt es inzwischen Kraftstoffengpässe, Moskau hat die Ausfuhr unter anderem von Benzin und Diesel eingeschränkt.
Eines der Ziele war die Afipsky-Raffinerie in der südlichen Region Krasnodar. Die Anlage kann rund 180.000 Barrel Öl pro Tag verarbeiten und wurde in den vergangenen Monaten bereits mehrfach angegriffen.
Der Gouverneur von Krasnodar bestätigte, dass nach einem Luftangriff ein Feuer in der Raffinerie ausgebrochen sei. Auch ein nahegelegener Bahnhof und mindestens zehn Wohnhäuser seien beschädigt worden.
Satellitenbilder der NASA zeigen am Dienstag neue Wärmesignaturen rund um die Raffinerie, was auf Brände hindeuten könnte.
Auch die Gasverarbeitungsanlage in Astrachan wurde nach ukrainischen Angaben getroffen. Dabei sollen zwei Anlagen zur Gastrennung beschädigt worden sein. Gazprom, der Eigentümer der Anlage, hat die Schäden bislang nicht bestätigt.
Zudem steht die Raffinerie in Nowoschachtinsk in der Region Rostow still. Gouverneur Juri Sljussar sagte, die Anlage habe ihren Betrieb wegen Schäden infolge eines Angriffs einstellen müssen. Die Raffinerie verfügt über eine Kapazität von rund 110.000 Barrel pro Tag.
Die Angriffe sind Teil einer breiteren ukrainischen Strategie, den russischen Energiesektor zu treffen. Raffinerien spielen dabei eine zentrale Rolle, weil Russland dort Rohöl zu Kraftstoffen wie Benzin, Diesel und Kerosin verarbeitet.
Diese Kampagne zeigt zunehmend Wirkung. Russland kämpft nach Angaben von Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak mit Benzinengpässen. Die Vorräte an Diesel und Flugzeugtreibstoff sollen vorerst ausreichen.
Moskau hat deshalb den Großteil der Exporte von Benzin, Diesel und Flugzeugtreibstoff vorübergehend beschränkt, um mehr Kraftstoff für den Binnenmarkt verfügbar zu halten. Die russische Regierung muss noch entscheiden, ob die Beschränkungen für Dieselausfuhren über Ende August hinaus verlängert werden.
Damit trifft die Ukraine Russland an einer empfindlichen Stelle. Jede Raffinerie, die vorübergehend ausfällt, verringert die Kapazität, Rohöl in nutzbare Kraftstoffe umzuwandeln, und kann den Druck auf den russischen Binnenmarkt weiter erhöhen.
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